Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Frankenberger Kreisverbandes

Das DRK „gibt ein gutes Gefühl“

Landesvorsitzende Hannelore Rönsch gratulierte Vorsitzendem Dr. Rolf Bluttner (links) und Geschäftsführer Christian Peter mit einer Urkunde zum 125-jährigen Bestehen des Kreisverbandes.

Frankenberg - Das Mitleid mit Soldaten gab 1859 den Anstoß zur Ausrufung der Rotkreuz-Bewegung. Mit Oberstleutnant Elmar Henschen blickte deshalb ein Soldat auf die Entwicklung des Kreisverbandes zurück. Sein Fazit: 154 Jahre später ist die Organisation mit dem Leitspruch „Aus Liebe zum Menschen“ aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.

„Es dauerte gerade einmal acht Minuten, bis die fahrbare Trage den Notfallort erreichte. Das geschah vor mehr als 100 Jahren in Frankenberg“, begrüßte DRK-Kreisvorsitzender Dr. Rolf Bluttner beim Festakt in der Ederberglandhalle. In den 125 Jahren habe der DRK-Verband in allen Bereichen „stürmische Entwicklungen“ durchgemacht. Der Rettungsdienst stand meist im Mittelpunkt. Heute beträgt die vorgeschriebene Hilfeleistungsfrist zehn Minuten. Und das DRK hat im Frankenberger Land Strukturen aufgebaut, dass sie erfüllt wird. „Aus den Krankentragen sind fahrende Intensivstationen geworden.“ An der Grundüberzeugung habe sich binnen der 125 Jahre nichts geändert, erklärte Bluttner: „Dort zu helfen, wo die Hilfe am nötigsten ist.“ Dies gelänge nur durch die Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt. Das Ergebnis sei die Verlässlichkeit: „Wenn wir gefordert sind, dann sind wir da.“

Für die Verwundeten „einer der blutigsten Schlachten des 19. Jahrhunderts“ sei jedoch niemand da gewesen, verwies Festredner Elmar Henschen auf die Beobachtungen von Henry Dunant 1859, die er in seiner Schrift „Eine Erinnerung an Solferino“ verarbeitete. Seine Erkenntnisse: „Es gibt keine institutionalisierte Versorgung von Soldaten in kriegerischen Auseinandersetzungen und keine völkerrechtlich verbindlichen Abkommen über den Status von Gefangenen.“ Aus dieser Einsicht sei bei Dunant die Forderung nach dem Aufbau einer zivilen Organisation erwachsen, die sich schon in Friedenszeiten auf den Sanitätsdienst im Kriegsfall vorbereiten sollte. „Damit war die Idee für das Rote Kreuz geboren.“

Stütze der Infrastruktur

Doch um diese Idee mit Leben zu füllen, sei die Gründung von Sanitätsdiensten auf nationaler Ebene erforderlich gewesen. Und so wurde im Kreis Frankenberg am 3. Februar 1888 ein Zweigverein gegründet. Heute unterhält der Kreisverband rund 40 Arbeitsfelder und leistet in Haupt- und Ehrenamt mit 1000 Menschen Hilfe. Henschen verwies auf einige Zahlen: 210 Mitglieder leisteten 2012 in 350 Einsätzen rund 8600 „freiwillige und ehrenamtliche Stunden für die Allgemeinheit“. Das DRK betreut mit mehr als 160 ehrenamtlichen Helfern mehr als 35 Seniorenclubs. Der Kreisverband orientiere sich nicht nur am Kriterium der Rentabilität. „Hilfsangebote werden dort hingebracht, wo sie benötigt werden.“ Das DRK sei eine starke Stütze der sozialen Infrastruktur, habe sich nie als „reiner Dienstleister“, sondern immer als Teil der Gesellschaft verstanden, der für die Menschen eintritt.

Er spreche für viele Menschen: „Es ist gut und es gibt ein Gefühl von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Beständigkeit, dass es das Deutsche Rote Kreuz gibt.“

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Von Rouven Raatz

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