Gleise abgebaut: Wanderstübchen Burgwaldbahn geschlossen

Burgwaldbahn klein und groß: Die Modellbau-Landschaft des Wanderstübchens Burgwaldbahn in Ernsthausen grenzte direkt an die richtige Burgwaldbahn. Mittelerweile ist die Anlage abgebaut. Archivfoto: nh

Ernsthausen. Weil sich kein neuer Pächter fand, wurde das Wanderstübchen Burgwaldbahn geschlossen und die Modelleisenbahn-Anlage im Garten abgebaut.

Die große Modellbahn am Ernsthäuser Wanderstübchen fährt nicht mehr. Freunde der 1000 Quadratmeter großen Modellbahn-Anlage werden vergeblich auf eine Wiedereröffnung im Frühling warten. Die Anlage ist abgebaut, das Wanderstübchen geschlossen.

„Es hat sich kein neuer Pächter gefunden“, sagt Karl Bubenheim auf HNA-Anfrage. Der Oberrospher hatte zusammen mit dem Ernsthäuser Friedhelm Blumberg neun Jahre lang am Aufbau der Burgwaldbahn in dessen Garten in Ernsthausen gearbeitet.

Sie hatten in Handarbeit 850 Tonnen Schotter verteilt und 700 Meter Gleise verlegt. Fünf Züge der Marke LGB fuhren durch die Anlage, vorbei an einer Stadt mit Bahnhof, einem Zirkus, einem Gewerbegebiet und einem Streichelzoo - in einem Maßstab von 1:22,5. Abends gingen in den Häusern der Modellbaulandschaft kleine Lichter an.

Mit dem Anwachsen der Anlage reifte die Idee, die „Burgwaldbahn“ für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit Unterstützung der Region Burgwald-Ederbergland investierten Friedhelm und seine Frau Edith Ellerich-Blumberg 2009 in den Bau einer Gaststätte, von deren Terrasse aus man die Modellbaulandschaft überblickte. Die Anlage wurde gerne angenommen - von Familien mit Kindern, von Wandergruppen oder als Ziel von Vereinsausflügen.

Doch nach etwa zwei Jahren wurde Friedhelm Blumberg plötzlich krank und starb. Das Wanderstübchen wurde anschließend von zwei verschiedenen Pächtern betrieben. Danach fand sich kein Pächter mehr. „So eine Anlage braucht viel Pflege“, schildert Blumbergs Freund Karl Bubenheim, die Schwierigkeit. Einen Gastronom und passionierten Modelleisenbahn-Fan zu finden, sei nicht leicht.

Deshalb wurde das Wanderstübchen geschlossen. Ein Händler hat die Anlage erworben und wird sie laut Bubenheim wohl in Einzelteilen weiterverkaufen. „Nun müssen Fans von Eisenbahnwelten bis nach Rathen bei Dresden fahren“, sagt er.

„Schade“, sagt auch Stefan Schulte von der Region Burgwald-Ederbergland. „Damit fällt ein Mosaikstein unserer touristischen Angebote weg. Der Eigentümer hatte viel Herzblut reingesteckt.“

Auch Ernsthausens Ortsvorsteher Frank Kleinwächter bedauert die Schließung des Wanderstübchens Burgwaldbahn. Damit hat sich das gastronomische Angebot in Ernsthausen erneut verkleinert. In dem 1250-Einwohnerort gibt es gerade noch die Gaststätte La Marina und die Burgwaldstuben mit gehobener Gastronomie.

Zahlreiche Lokale haben in der Vergangenheit schon geschlossen, erinnert sich Kleinwächter.

Von Martina Biedenbach 

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Quelle: HNA

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