Allendorfer Kirche wird 50

Glocken kommen ins Dorf

Es brauchte die Kraft gestandener Männer, um die Glocken vom Liefer- auf den geschmückten Gummiwagen umzuheben.

Allendorf (Eder) - Es war ein großer Festzug durch das noch kleine Allendorf: Vor 50 Jahren wurden die Glocken aus Herborn geliefert, die bis heute nicht nur Sonntags im ganzen Dorf zu hören sind.

In der Glockengießerei Rincker in Herborn-Sinn wurden vor fünfzig Jahren, im Januar 1965, die Glocken für die neue evangelische Kirche in Allendorf gegossen. In der Festschrift, zugleich Chronik zum Kirchenjubiläum, die am 6. Februar um 19 Uhr in der Kirche vorgestellt werden soll, wird das Ereignis des Glockengusses und der Einholung der Glocken beschrieben:

Am 8. Februar 1965 wurden die Glocken in einem feierlichen Umzug eingeholt. Ein Lastwagen der Firma Rincker lieferte die Glocken nach Allendorf. Am Ortseingang am Riedweg wurden die Glocken auf einen mit Tannengrün geschmückten Gummiwagen umgeladen. Am späten Nachmittag versammelten sich viele Menschen aus der Industriegemeinde wie der Kirchengemeinde am Riedweg. Ein feierlicher Zug, voran das von Karl Specht geführte Pferdegespann mit den Glocken, bewegte sich durch das Dorf zur neuen Kirche auf dem Loh.

Als die Glocken ihren Bestimmungsort vor dem Glockenturm erreicht hatten, intonierte der Posaunenchor unter der Leitung von Herbert Wolf einige Choräle. In einer kurzen Ansprache dankte Pfarrer Wieschemann den zahlreichen Spendern, die die Anschaffung dieses prächtigen Geläuts mit ermöglicht hatten. Mit einem Gebet und einem gemeinsamen Lied ging die Feierstunde zu Ende.

Geläut wird mit Seilwinden

in den Glockenstuhl gehoben

Am folgenden Tag wurden die Glocken mittels einer Seilwinde einzeln nach oben in die Glockenstube gezogen und dort in die vorbereiteten Glockenstühle aus Stahl eingebaut. In der Woche vor der Einweihung des Gotteshauses waren im Dorf immer wieder vereinzelt Glockentöne zu vernehmen. Diese stammten vom Probeläuten, welches während des Einbaus und des Probebetriebs der elektrischen Motoren für das Geläut erforderlich war.

Für die Bevölkerung erhöhte sich die Spannung, endlich das volle Geläut der neuen Kirchenglocken zu hören. Dies umso mehr, als bisher in Allendorf nur die kleine Glocke in der alten Kirche täglich beim Abendläuten zu hören war.

Am Sonntag, 21. Februar 1965, wurden während des feierlichen Einweihungsgottesdienstes der Kirche auch die Glocken in den Dienst der Gemeinde gestellt und zum ersten Mal klang das volle Dreiergeläut über das ganze Dorf - und das tut es bis heute sowie zum Jubiläumsfest.(r)

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