Kein Käufer für Traditionsgaststätte gefunden

Goldener Engel schließt die Pforten

Frankenberg - Eine Frankenberger Traditionsgaststätte schließt: Nachdem die Inhaberin Petra Messner im November Insolvenzantrag gestellt hatte, ist nun der einzige interessierte Käufer abgesprungen.

Es ist das vorläufige Aus für eine Gaststätte mit langer Geschichte. Der „Goldene Engel“ auf dem Obermarkt öffnet am 15. Februar zum letzten Mal für seine Gäste. Das erklärte die bisherige Besitzerin Petra Messner. Sieben Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, mit Beginn des Insolvenzverfahrens wurden bereits drei Kündigungen ausgesprochen, ein Mitarbeiter hatte von sich aus gekündigt.

Besitzerin will einen Schnitt machen

Der Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kögel hatte sich zunächst optimistisch gezeigt. Im November liefen Gespräche mit einem potenziellen Käufer, diese haben sich allerdings zerschlagen. „Ich bin froh, dass es jetzt einen definitiven Termin gibt“, zeigte sich Petra Messner erleichtert, aber auch traurig. Die vergangenen Wochen und Monate seien für sie und ihre beiden Töchter - die auch in der Gaststätte arbeiten - wegen der ungewissen Zukunft anstrengend gewesen.

„Es ist schade, dass es mit dem Käufer nicht geklappt hat. Es tut mir für die Angestellten und auch für die Gaststätte leid“, erklärte Petra Messner. Seit rund 16 Jahren hat sie den „Goldenen Engel“ geführt - zunächst mit ihrem Mann, später dann allein. „Für uns ist es besser, jetzt einen richtigen Schnitt zu machen und neu anzufangen.“ Die Möglichkeit, das Gasthaus weiterzuführen, habe sie nicht in Betracht gezogen. „Das wäre mir zu riskant gewesen.“ Die Geschäfte allein zu führen sei mit der Zeit eine große Belastung gewesen, gerne hätte sie aber im „Goldenen Engel“ mit einem neuen Besitzer weitergearbeitet.

Eine Abschlussparty soll es wahrscheinlich nicht geben. Bereits am 30. Dezember hatte ­Petra Messner mit vielen Stammgästen den Abschied gefeiert. Allerdings stellte sich dann heraus, dass sie die Gaststätte bis zur Gläubigerversammlung geöffnet lassen muss (wir berichteten).

Petra Messner gibt sich für die berufliche Zukunft zuversichtlich - auch wenn sie von der Gastronomie wohl vorerst Abstand nehmen wird. Für den „Goldenen Engel“ hofft sie, dass sich früher oder später ein Käufer findet, der die Gaststätte wieder öffnet. „Es muss allerdings Geld in das Gebäude gesteckt werden“, sagt die Inhaberin.

Sanierung des Gebäudes führte zu finanzieller Schieflage

Die Investitionen waren auch ein Grund für die finanziellen Probleme. So habe sie einen sechsstelligen Betrag in die Sanierung des Gebäudes investiert, das sie 2007 gekauft hatte.Zuletzt wurden Arbeiten für ein weiteres Gästezimmer aufgenommen. An Gästen habe es im „Goldenen Engel“ nie gemangelt, so Petra Messner.

Die Gaststätte auf dem Ober-markt eröffnete bereits im Jahr 1832 unter dem Namen „Zum Engel“. Mehr als 100 Jahre lang führte Familie Vöhl das Gast-haus - ab 1886 Karl Vöhl, später dann sein Sohn Willi und bis 1991 dessen Frau Gisela. Im Juni 1999 übernahm Aldo Messner mit seiner Frau Petra das Lokal, in dem es fünf Gästezimmer gibt. (tt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare