Epiphanias-Feier in Hainas Kloster

Gottes Licht in historischen Mauern

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Sternsinger gestalteten mit den Pfarrern Jörg Mosig, Gudrun Neebe, Pater Stadler und Sebastian Renz (hinten, von links) den ersten Teil der Prozession zu Epiphanias durch die Hainaer Klosteranlage, die in der Klosterkirche ihren Höhepunkt fand.

Haina (Kloster) - Es gehört neben Ostern zu den ältesten christlichen Festen: Epiphanias, die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland und Offenbarung der Göttlichkeit Jesu. In Haina haben die Gläubigen das Fest mit einer Lichterprozession durch das alte Kloster begangen.

Gesänge hallen durch die ehrwürdigen Mauern der historischen Hainaer Klosteranlage. Die Bleiglasfenster geben den Schein von Hunderten Kerzen wieder, die den Kreuzgang beleuchten und die rund 350 Gläubige durch die Anlage tragen. Es ist Epiphanias, der sechste Januar. Die Besucher des Klosters feiern die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland in Bethlehem - den Tag der Erscheinung des Herrn.

Sternsinger begrüßen die Gläubigen im Rosengarten der Klosteranlage. Sie sind zuvor durch das Dorf gezogen - laut Pfarrer Jörg Mosig zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte Hainas. Die Kinder singen, dann wird es still. Die Glocken läuten. Mosig, der Männergesangverein aus Halgehausen und der Posaunenchor aus Dodenhausen gestalten die ersten Minuten der Prozession durch das Kloster. Auch Pater Stadler, Mosigs Pfarrer-Kollege Sebastian Renz aus Löhlbach und Gudrun Neebe vom pädagogisch-theologischen Institut in Kassel sprechen zu den Besuchern.

Ein Leuchten im Alltag

Neebe ist es, die später die Predigt hält. Von der Kanzel im ehemaligen Refektorium des Klosters, der heutigen Winterkirche, spricht sie davon, wie „die Aufscheinungen der Herrlichkeit Gottes“ in die Welt kommen - in der Bibel, aber auch im heutigen Alltag. „Das Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten“, sagt sie - und den Menschen einen Schimmer der Hoffnung, ein heller Schein im Alltag sein.

Vor der Predigt jedoch ziehen die 350 Gäste bei einer der hessenweit größten Veranstaltungen zu Epiphanias durch die alten Gänge der Klosteranlage, ganz wie die Mönche schon vor Jahrhunderten. Immer wieder hält der Zug. Einer der beteiligten Pfarrer spricht ein paar Worte, Musik erklingt. So beteiligen sich auch die Gitarrengruppen aus Dodenhausen und Löhlbach, Sängerin Martina Sutter und Renate Sälzer an der kleinen Orgel in der Winterkirche.

Einen längeren Halt macht der Zug in der nur durch Kerzenlicht festlich beleuchteten Klosterkirche. Auch dort ist die Orgel zu vernehmen, insbesondere aber der Gesang des Löhlbacher Kirchenchores unter der Leitung von Ulrike Ritter. Die Sängerinnen stimmen Weihnachtslieder an, auch die Teilnehmer der Prozession singen „Tochter Zion“. Schließlich feiern die orthodoxen Kirchen in Osteuropa ihr Weihnachtsfest erst am sechsten Januar. Mit einem Lied auf den Lippen endet auch der Gottesdienst: „O du fröhliche“.

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