Friedhofsverwaltungen nehmen Angehörige in die Pflicht

Gräber: Bei schlechter Pflege wird eingeebnet

Waldeck-Frankenberg. Die Gräber auf den Friedhöfen in Waldeck-Frankenberg werden seltener als früher von Verwandten der Toten gepflegt. Denn immer seltener leben die Angehörigen am Ort, im besten Fall haben sie die Grabpflege dann an Gärtnereien abgegeben.

Problematisch wird es, wenn es keine Angehörigen gibt oder sich einfach niemand um das Grab kümmert – aus Desinteresse oder weil das Geld dafür fehlt. Letzte Konsequenz: Das Grab wird von der Friedhofsverwaltung eingeebnet.

Das droht derzeit einem Grab in Gemünden: Weil der Verstorbene keine nahen Verwandten hatte, ist sein Grab seit sieben Monaten bloß ein Erdhaufen ohne Einfassung. Oft sind aber auch echte Gräber nicht so gepflegt, wie es „die Würde des Ortes“ verlangt. Dann werden die Friedhofsverwaltungen in den Rathäusern tätig. „Bei stark ungepflegten Gräbern, versuchen wir, die Angehörigen ausfindig zu machen“, erklärt Carola Nickel von der Stadt Korbach.

Gelingt dies nicht, bringt die Stadt kleine Hinweisschilder an den Gräbern an und bittet die Angehörigen, sich zu melden. „In den meisten Fällen haben wir damit Erfolg“, sagt Nickel. Auch die Stadt Frankenberg klebt solche Schildchen an die Gräber, wenn sie telefonisch oder per Post niemanden erreicht – oft auch, weil Angehörige, die sich bisher um das Grab gekümmert haben, selbst nicht mehr leben. Mit diesen Aufklebern informiert die Stadt die Grabpfleger zum Beispiel auch darüber, dass ein Reihengrab nach 30 Jahren abgelaufen ist und eingeebnet werden soll.

„In unseren kleinen Orten gibt es eigentlich noch immer jemanden, der sich mit einem Grab verbunden fühlt“, sagt Arno Becker von der Gemeinde Allendorf-Eder. Bevor ein Grab aber in einen friedhofsunwürdigen Zustand komme, sollten es die Angehörigen besser einebnen lassen, meint Becker.

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Quelle: HNA

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