Mit 50 Gramm Heroin erwischt: Paar erhielt Bewährungsstrafe

Frankenberger Land. Weil beide einen Therapieplatz ab Januar haben, ist ein drogensüchtiges Paar aus dem Frankenberger Land noch einmal mit Bewährungsstrafen davongekommen.

Der 30-Jährige und seine 20-jährige Freundin mussten sich wegen des Besitzes von Heroin vor dem Marburger Amtsgericht verantworten.

„Mit Knast, da ist ihnen nicht geholfen“, meinte Staatsanwalt Christian Laubach. Die vorgeworfenen Straftaten stünden schließlich mit der Sucht im direkten Zusammenhang und da sei eine Therapie sinnvoller.

Beide Angeklagten ließen über ihre Verteidiger alle Vorwürfe einräumen. Demnach war im Auto des Paares in den Abendstunden des 10. Juli dieses Jahres bei einer Polizeikontrolle eine Tüte mit gut 50 Gramm Heroin gefunden worden, das zum Eigenbedarf gedacht war. Die junge Frau hatte noch vergeblich versucht, die Drogen wegzuwerfen.

Als einen „rabenschwarzen Tag“ bezeichnete Verteidiger Stefan Adler den Julitag für seinen Mandanten, denn er habe die Grundlage für fünf Anklagen geschaffen. Bereits vormittags war in seiner Hosentasche ein Beutel mit fünf Gramm Heroin sichergestellt worden. Darüber hinaus war er abends ohne Führerschein unterwegs und zusätzlich hatte er ein gefälschtes Exemplar bulgarischer Herkunft bei sich. Verurteilt wurde er letztlich wegen dieser vier Straftaten. Eingestellt wurde dagegen der Vorwurf, nach der Festnahme auf der Polizeistation durch wildes Umsichtreten einen Beamten leicht verletzt zu haben.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Thomas Rohner beließ es bei den von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragten Bewährungsstrafen. Der Mann erhielt ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe, die Frau eine Jugendstrafe von sechs Monaten.

Als Auflage für die Strafaussetzung müssen sie ihre Therapie beginnen und durchziehen. Darüber hinaus müssen beide anschließend regelmäßig ihre Abstinenz nachweisen. Bis er eine Arbeitsstelle gefunden hat, muss der Mann nach der Therapie bis zu 80 Arbeitsstunden leisten.

Laut Angaben des Paares haben beide eine Kostenzusage für eine stationäre Therapie. Die Entgiftung beginne am 20. Dezember und Anfang kommenden Jahres gehe es dann los. Sascha Marks, Anwalt der Frau, sah für sie große Chancen auf eine gute Zukunft. Sie sei noch jung und habe den unbedingten Willen, von den Drogen wegzukommen. Dank ihrer Intelligenz könne sie noch das Abitur nachholen.

Rohner mahnte vor allem den Mann, die Therapie zu beenden und drogenfrei zu leben. Nur weil er den Therapieplatz nachgewiesen habe, habe er noch einmal eine Bewährungsstrafe bekommen. Sollte er es aber nicht schaffen und gar wieder straffällig werden, dann komme das „große Paket“, so Rohner. Denn mit den zu widerrufenden Bewährungen kämen ein paar Jahre Gefängnis auf ihn zu.

Quelle: HNA

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