Kühles Schauerwetter wirkte sich positiv aus

Landwirte in Waldeck-Frankenberg zufrieden mit dem ersten Gras-Schnitt

Ein Landwirt mäht Gras mit einem Kreiselmäher
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Erster Grasschnitt: Ein Landwirt mäht Gras mit einem Kreiselmäher.

Nach mehreren trockenen Frühjahren haben die Niederschläge der vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass das Gras im Landkreis gut gewachsen ist und die Landwirte dieses mal – je nach Region – einen mengenmäßig normalen bis sehr guten ersten Schnitt einfahren konnten.

Waldeck-Frankenberg - Die Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass“ stimme wirklich, bestätigt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Matthias Eckel.

„Wir sind zwar wegen des kalten Wetters spät dran mit dem Mähen, aber die Qualität des Grases ist hervorragend. Das ist wichtig, denn der erste Schnitt ist die wichtigste Futtergrundlage für die Betriebe. Er enthält die meisten Nährstoffe und wenn er gut gelingt, können die Betriebe Kraftfutter einsparen. Das ist gut für den Geldbeutel und gut für die Kühe.“

Menge deutlich besser

Auch Eckels Kollegin Stephanie Wetekam vom Kreisbauernverband Waldeck spricht von „überwiegend sehr guten Qualitäten“ beim Gras in dieser Saison. „Der größte Teil des ersten Schnitts liegt bereits im Silo oder auf Wickelballen“, sagt sie. Die Menge sei deutlich besser als in den vergangenen Jahren. Die Situation sei allerdings nicht ganz einfach gewesen, weil die Landwirte zwischen regnerischen Perioden nur wenige trockene Tage zum Grasmähen nutzen konnten. „Intensiv geführte Wiesen können in normalen Jahren vier Mal gemäht werden, wobei der Ertrag natürlich von Schnitt zu Schnitt geringer wird“, sagt Matthias Eckel. In den letzten drei Jahren habe es teilweise nur zwei Schnitte gegeben. Extensive Standorte würden in normalen Jahren nur zwei Mal gemäht, bei Trockenheit oft nur ein Mal.

Matthias Eckel

Ob der Futtermangel der vergangenen Jahre damit vom Tisch ist, kann Eckel noch nicht sagen: „Viele Kollegen leiden noch unter den Spätfolgen und müssen Reserven aufbauen. Wie sich das Jahr entwickelt, kann man noch nicht abschätzen, zumal dem Mais, der in den Milchviehbetrieben die zweite wichtige Futterkomponente ist, die kühle Witterung nicht so behagt hat. Aber insgesamt sind wir positiv gestimmt“, so Eckel.

30000 Hektar Grünland

In Waldeck Frankenberg gibt es zirka 30 000 Hektar Grünland und 40 000 Hektar Ackerland. „Gras ist unsere wichtigste Kultur, vor Weizen, der rund 15 000 Hektar ausmacht“, sagt Matthias Eckel. Auf dem meisten Höfen werde Silage gemacht. „Durch die luftdichte Gärung gehen nur wenige Nährstoffe verloren. Heu wird in größerem Stil eigentlich nur in der Pferdefütterung, für die ganz kleinen Kälber oder in kleinen Betrieben eingesetzt, wo sich ein Silo nicht lohnt.“

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