Wanderung bei Reddighausen

Grenzverlauf von 1702 gilt noch

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Hatzfeld-Reddighausen - Mehr als 60 Wanderer liefen am Sonntag die erste Grenzgangs-Etappe und erfuhren Wissenswertes über die Reddighäuser Gemarkung und die Geschichte der Umgebung.

Grenzstreitigkeiten kennen die Reddighäuser und ihre Nachbarn heute nicht mehr. Gemeinsam mit den Nachbarn aus angrenzenden Dörfern liefen sie am Sonntag ihre Grenzen ab. Auf der etwa sieben Kilometer langen Etappe versorgte Herbert Wiegand die Grenzgänger mit Informationen zum Grenzverlauf und historischen Ereignissen entlang der Gemarkung.

Die Wanderer trafen sich am frühen Morgen an der Grenze zu Dodenau. Dort las Wiegand einen Text über die Grenze, deren letzte Steine im Jahr 1760 gesetzt wurden, und gab Informationen zur Dorfgründung als „Einstimmung“ zum sieben Kilometer langen Marsch entlang der Gemarkung „Bei uns wird es teilweise etwas unwegsam“, warnte er die Wanderer vor. Jochen Arbeiter betonte, dass dies der Jubiläums-Grenzgang zum 50-jährigen Bestehen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins sei. Nach einem kleinen Umtrunk, den die Köhler aus Dodenau mitgebracht hatten, fiel der Startschuss zum Grenzgang.

Einem Grenzstreit mit Dodenau aus dem Jahr 1702 verdanken die Reddighäuser eine genaue Grenzbeschreibung, berichtete Herbert Wiegand. Diese Grenze ist bis heute gültig.

Zunächst ging es vorbei an der ehemaligen Vogtei Elsoff, den Grenzen zu Hatzfeld und Biebighausen und zum Schluss zum Reddighäuser Hammer. Herbert Wiegand und Helmut Arbeiter vom Verkehrs- und Verschönerungsverein hatten den Grenzverlauf in mühevoller Arbeit anhand alter Karten ausfindig gemacht. Dabei ging es über Stock und Stein durch den Wald. Herbert Wiegand und seine Helfer hatten die Schneisen freigeschnitten, damit die Grenze begehbar war. Da freuten sich viele der Wanderer über die Stärkung in Form von Erbsensuppe und warmen und kalten Getränken, die sie während der ausgedehnten Pause im Haftal gegenüber Ebenfeld machten.

Herbert Wiegand berichtete von alten, heute nicht mehr existierenden Dörfern: So habe es nahe der Hobe bis zum Beginn des zweiten Jahrtausends eine kleine Siedlung Warmshausen gegeben. Der Ort wurde im Mittelalter aufgegeben. Übrig geblieben von der alten Siedlung sind die Hobe und die Rößmühle. Gemarkungsnamen deuten noch heute auf das alte Dorf hin: Beispielsweise das „Warmshäuser Auchen“.

In der Nähe des Campingplatzes bei der Hobe stand die Warmshäuser Kirche bis etwa 1700. Das Gotteshaus wurde damals von den Reddighäusern abgetragen und zur Vergrößerung der eigenen Kirche verwendet. Es gab außerdem eien Siedlung Leinfe am Leuffersbach.

Zu einem geselligen Grillen in gemütlicher Runde kehrten die Wanderer im Anschluss an den Grenzgang im Kehlbach ein, wo Regina Hunke den Wanderern eine Hütte zur Verfügung stellte.

Die zweite Etappe des Grenzgangs findet am 29. September statt.

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