Vertreterversammlung der Frankenberger Bank in der Ederberglandhalle

Größere Bilanzsumme, weniger Gewinn

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Steht auch bei leicht rückgängigem Gewinn auf festen Füßen: die Frankenberger Bank. Bei der Vertreterversammlung stellten die Vorstände gestern Abend die Bilanz des Geldhauses ausführlich vor.Foto: Malte Glotz

Frankenberg - Steigerungen bei Kundeneinlagen und Kreditvergaben, aber Rückgänge beim Gewinn vermeldeten die Vorstandsmitglieder Ralf Schmitt und Dieter Ohlsen Dienstagabend bei der Vertreterversammlung der Frankenberger Bank.

Die Genossenschaftsbank mit inzwischen 12329 Mitgliedern stellt sich der aktuellen Wirtschaftslage mit einer Niedrigzinsphase und dem Trend zu neuen Vertriebswegen: immer mehr Bankdienstleistungen über Internet, Handy und Serviceterminals. Geringe Zinsspannen und immer weniger klassische Sparanlagen drücken auf den Gewinn. Schmitt und Ohlsen betrachteten die Entwicklung differenziert. „Mit der Steigerung des bilanziellen Kundenkreditgeschäfts haben wir nahtlos an unsere gute Entwicklung der Vergangenheit angeknüpft“, sagte Ohlsen im Rahmen der Vertreterversammlung in der Ederberglandhalle.

Das Wachstum des betreuten Kundeneinlagevolumens beschränkte sich im Jahr 2014 im Wesentlichen auf Anlageformen außerhalb der Bankbilanz. Trotzdem stieg die Bilanzsumme um 2,3 Prozent oder 7,7 Millionen Euro auf 344,8 Millionen Euro. Die Kundenforderungen erhöhten sich um 8,5 Millionen Euro oder 3,7 Prozent auf 238,5 Millionen Euro. Die Genossenschaft gewährte 745 neue Kredite mit einem Volumen von 44,6 Millionen Euro. Ferner wurden Kreditprogramme des Bundes und der Länder sowie Kredite an Hypothekenbanken, Bausparkassen und Versicherungen vermittelt. Die Einlagen von Kunden reduzierten sich um 2,4 Millionen Euro oder ein Prozent auf 244 Millionen Euro. Dagegen wurde das betreute Kunden-Anlagevolumen im genossenschaftlichen Finanzverbund um 7,2 Prozent auf jetzt 175 Millionen Euro ausgeweitet. Mit rund 71 Prozent der Bilanzsumme stellen die Kundeneinlagen weiterhin die wichtigste Finanzierungsquelle der heimischen Bank dar.

Immer mehr „Genossen“: 809 neue Mitglieder

Stolz sind die Vorstandsmitglieder auf 809 neue Mitglieder, sodass die Zahl der Anteilseigner der Genossenschaft auf 12329 stieg. Die Frankenberger Bank investierte weiter in die Informations-, Sicherheits- und Kommunikationstechnologie. Neben den 86 festen Mitarbeitern an den 13 Standorten werden auch neun Jugendliche ausgebildet: „Wir verstehen uns weiterhin als klassische Flächenbank“, sagte Ohlsen und betonte, dass die Intensivierung der Kundenbeziehungen und qualifizierte Beratung weiterhin an erster Stelle ständen. Schwerpunkt des Jahres 2015 sei die Verzahnung der Vertriebskanäle im Online- und Offlinebereich.

„Wir investieren in die Bildung junger Menschen“, betonte Ohlsen und verwies auf die enge Kooperation mit Schulen im Frankenberger Land. Immer für einen Zeitraum von drei Jahren fördert die Bank Projekte in fünf ausgewählten Schulen. Dauerhaft unterstützt die Bank einen Mathe-Treff, die AG Poetry-Slam oder die musikalische Bildung in Schulorchestern. Insgesamt 31500 Euro flossen 2014 an Schulen, 20000 Euro gingen an Vereine und Clubs, weitere 21000 Euro an kirchliche und soziale Einrichtungen.

Die Vertreterversammlung wurde vom neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Schneider moderiert.

Von Frank Seumer

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