Frankenberg

Großbaustelle Edertalschule

- Frankenberg (jos). Noch fällt Winfried Deichsel die Vorstellung schwer, wie an der Edertalschule in gut drei Wochen wieder Unterricht stattfinden soll. Aber für den Schulleiter sind es nicht die ersten Sommerferien, in denen „sein“ Gymnasium eine riesige Baustelle ist.

„In den 90er Jahren musste ich noch um hundert Euro kämpfen“, erinnert sich Deichsel. Doch seit der Jahrtausendwende investiert der Landkreis in das Frankenberger Gymnasium wie nie zuvor. Beinahe ununterbrochen wird an der Edertalschule seitdem gebaut. Wenn in zwei Jahren alles fertig ist, gibt es fast keinen Winkel auf dem großen Gelände, der nicht rundum saniert worden ist. Unterm Strich hat der Schulträger laut Deichsel dann rund 17 Millionen Euro in die „Penne“ investiert. So viele Handwerker wie in diesen Tagen hat Deichsel selten an der Edertalschule gesehen. Mit Hochdruck arbeiten sie an verschiedenen Baustellen. Bis zum Ferienende fertig werden soll eine Terrasse für die Mensa, die sich im Untergeschoss der Kulturhalle befindet. Dafür soll auf den Hang am Sportplatz eine Betonplatte gegossen werden, die bis an die Aschenbahn heranreicht. Auf der Platte entstehen dann Sitzplätze für die Schüler. Wenige Meter weiter ist in den vergangenen Tagen bereits jede Menge Erde bewegt worden: In die Kellerräume des naturwissenschaftlichen Trakts soll mehr Licht fallen. Deshalb wurden die Wände freigelegt, eine Spezialmaschine schneidet derzeit Fenster in den Beton. Unterhalb der Biologie- und Chemieräume soll später eine große Schüler-Mediathek mit moderner Ausstattung entstehen. Doch bis die eröffnet wird, dauert es noch ungefähr zwei Jahre, schätzt Deichsel. Als Nächstes sind nämlich die Fachräume an der Reihe. Während die Physikräume im Untergeschosse des so genannten Hochbaus und in einem Zwischenbau bereits zum Beginn der Sommerferien fertiggestellt worden sind, arbeiten die Handwerker derzeit im Obergeschosse des naturwissenschaftlichen Trakts an den Biologieräumen. Die sind bereits vollständig entkernt worden und haben neue Fenster erhalten. An der Raumaufteilung soll sich durch den Umbau nichts ändern. Allerdings sollen im Hinblick auf neue didaktische Konzepte Schülerarbeitsplätze entstehen, die variabel anzuordnen sind – Stichwort selbstständiges Lernen statt Frontalunterricht. Für multimedial gestütztes Arbeiten werden unter ande-rem auch Netzwerkkabel verlegt. Weil die auch durch die Decke müssen, hofft Deichsel auf Fertigstellung bis zum Ende der Ferien. Dann soll zumindest in den Chemieräumen im Erdgeschoss wieder Unterricht stattfinden. Erst wenn das Obergeschoss dann fertig ist, werden auch die Chemieräume rundum saniert, und erst danach können die Arbeiten im Keller weiterge-hen, wo im ehemaligen Filmsaal und in zwei Klassenräumen die Mediathek entstehen soll. Um alles gleichzeitig zu sanieren, reichen die Ausweichmöglichkeiten in andere Räume nicht aus, zumal es im neuen Schuljahr wohl auch wieder einen neuen Rekord geben wird: 215 Schüler werden nach jetzigem Stand dann die Jahrgangsstufe elf besuchen. Weil es allerdings nur fünf und nicht wie in den vorigen Jahren sechs fünfte Klassen geben wird, bleibt die Gesamtschülerzahl in etwa konstant – bei knapp 1500.

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