Geismar

Großbrand in Geismar: Defekte Milchpumpe ist Brandursache

- Frankenberg-Geismar (rou).Einen technischen Defekt vermutet die Korbacher Kriminalpolizei als Ursache für den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens am Mittwoch in Geismar. Brandstiftung schließen die Beamten aus.

Vermutlich im Bereich einer Milchvakuumpumpe auf dem Dachboden der Scheune des landwirtschaftlichen Anwesens im Geismarer Ortskern ist das Feuer am Mittwochabend ausgebrochen. Die Brandursachenermittler der Korbacher Kriminalpolizei gehen von einem technischen Defekt der Anlage aus. Sicher sind sie sich laut Polizeisprecher Volker König, dass Brandstiftung als Ursache für den Großbrand ausgeschlossen werden kann. Nach ersten Schätzungen dürfte sich der entstandene Sachschaden auf etwa 200 000 Euro summieren. Bis auf die Mauern heruntergebrannt sind eine Scheune und ein Stall.

Drei Generationen wohnen in dem Wohnhaus des landwirtschaftlichen Anwesens unweit der Geismarer Kirche. Zur Zeit des Ausbruchs des Feuers befanden sich sieben Erwachsene und ein Baby in dem Gebäude. Alle blieben unverletzt.

Alle Bewohner unverletzt

Gegen 20.13 Uhr hatte ein Bewohner entdeckt, dass der Dachstuhl der Scheune brannte. Auf dem Dachboden befanden sich nach Polizeiangaben Heu und Stroh, im darunterliegenden Stall waren Pferde untergestellt. Die verständigte Leitstelle in Korbach löste Großalarm für die Feuerwehren der Stadt Frankenberg aus.

Als die Kameraden aus Frankenberg, Röddenau, Viermünden, Schreufa, Geismar sowie Dörnholzhausen an der Einsatzstelle im Geismarer Bachweg eintrafen, brannte die Scheune bereits in voller Ausdehnung. Das Feuer griff schließlich auf den unmittelbar angrenzenden Stall über, in dem sich nach Polizeiangaben Kühe und Rinder befanden. Zunächst konzentrierten sich die Feuerwehrleute unter Leitung des stellvertretenden Frankenberger Stadtbrandinspektors Lothar Bring darauf, das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern. Da mehrere Trupps unter Atemschutz im Einsatz waren, beorderte die Leitstelle auch den Gerätewagen „Atemschutz“ der Korbacher Feuerwehr in den Frankenberger Stadtteil. Die etwa 70 Feuerwehrleute setzten zur Brandbekämpfung drei B-Rohre und sechs C-Rohre ein, auch von der Drehleiter aus kämpften sie gegen die Flammen. Obwohl der Dachstuhl der Scheune und des Stalls in Flammen stand, kümmerten sich die Einsatzkräfte und Nachbarn um die Tiere. Gemeinsam trieben sie die zwölf Pferde, 30 Kühe, ebenso viele Rinder sowie einige Kälber aus den Stallungen ins Freie und vergatterten die Tiere auf umliegenden Wiesen. Ein alarmierter Veterinärmediziner kümmerte sich unter anderem um ein verletztes Pferd.

Löschschaum eingesetzt

Weil das Löschwasser knapp wurde, leistete auch der Wassermeister der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) Unterstützung. Nach dem Wohl der Hausbewohner und dem Verlauf der Löscharbeiten erkundigte sich außerdem Bürgermeister Christian Engelhardt. Auch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Horst Benner-Hensel war an der Einsatzstelle.

90 Minuten nach der Alarmierung hatten die Feuerwehren den Großbrand unter Kontrolle. Um der Glutnester in den Stroh- und Heuballen Herr zu werden, setzte die Frankenberger Wehr Schaummittel ein. Die Kameraden aus Geismar und Dörnholzhausen übernahmen in den frühen Morgenstunden die Brandwache. Um die 70 Feuerwehrleute mit Getränken zu versorgen, rückte auch der Katastrophenschutzzug des Frankenberger DRK-Kreisverbandes auf. In einem Zelt versorgten zehn Helfer die Feuerwehrleute und die Rettungsassistenten des vorsorglich alarmierten Rettungswagens.

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