Bewerbungsphase für Existenzgründer-Wettbewerb

Gründerpreis als wichtige Lehre

Werben für die Teilnahme am Hessischen Gründerpreis: Klaus Blaschke (links) und Halil Alpaslan (Zweiter von rechts), die 2003 mit ihrer Firma INOX-Schleiftechnik den Gründerpreis in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ gewonnen haben, sowie die ausgewiesenen Experten in Sachen Existenzgründung, von links, Rainer Cramer vom KIZ, Dr. Peter Sacher vom IHK-Servicezentrum Waldeck-Frankenberg und Kreis-Wirtschaftsförderer Siegfried Franke.

Frankenberg - Klaus Blaschke und Halil Alpaslan haben 1999 die Firma INOX-Schleiftechnik gegründet. Vier Jahre später gewannen sie bei der ersten Auflage des Hessischen Gründerpreises in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“. Wirtschaftsförderer Siegfried Franke hofft, dass im Herbst wieder viele Gründer dem Beispiel folgen.

Bis zum 23. September können sich Hessen, die in den vergangenen fünf Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben, um den Hessischen Gründerpreis bewerben. Geld gibt es dabei nicht zu gewinnen. Laut Wirtschaftsförderer Siegfried Franke „aber Ruhm und Ehre“. Gemeinsam mit Dr. Peter Sacher vom IHK-Servicezentrum und Gründungsberater Rainer Cramer vom KIZ wirbt er dieser Tage bei rund 300 Existenzgründern aus Waldeck-Frankenberg für die Teilnahme.

Blaschke: Aufregende Sache

Zwei Gründer, die immer wieder gerne an den Hessischen Gründerpreis zurückdenken, sind Klaus Blaschke und Halil Alpaslan. Gemeinsam haben sie 1999 die Firma INOX-Schleiftechnik gegründet. Von Schreufa aus beliefern sie mit ihren geschliffenen Oberflächen unter anderem namhafte Automobilhersteller. Wirtschaftsförderer Siegfried Franke hatte die beiden Existenzgründer 2003 dazu animiert, sich um den damals zum ersten Mal ausgelobten Hessischen Gründerpreis zu bewerben. „Das war schon eine aufregende Sache“, erzählt Blaschke im Rückblick. Mit einfachsten Mitteln und einigen Musterbauteilen aus der Automobilindustrie seien sie damals nach Offenbach gefahren, um einer zehnköpfigen Jury ihre Geschäftsidee vorzustellen. „Und die haben wir offensichtlich überzeugt.“

Preis für zwölf Arbeitsplätze

Blaschke und Alpaslan qualifizierten sich in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ für das Finale in Offenbach, bei dem 150 Fachbesucher die Konzepte der insgesamt neun Finalisten bewerteten. Ausgelobt ist der Preis außerdem für „Mutige Gründungen“ und „Innovative Geschäftsideen“.

„Für uns als Existenzgründer war es etwas Besonderes, uns einem so großen Publikum zu präsentierten“, berichtet Alpaslan, dessen Unternehmen 2003 insgesamt zwölf Mitarbeiter zählte. Heute sind es 20. „Wir mussten uns im Vorfeld mit Themen befassen, mit denen wir uns vorher noch nie beschäftigt hatten: etwa einem Messeauftritt.“ Von diesen Erfahrungen profitiere er noch heute, sagt Blaschke. Immer und immer wieder hätten sie dem interessierten Publikum ihre Geschäftsidee und ihre Produkte vorgestellt. „Abends waren wir dann wirklich messetauglich und wussten, wie wir unser Konzept am besten rüberbringen.“ In diesen Gesprächen sei ihm erst so richtig bewusst geworden, „wie andere unser Know-how beurteilen. Dass das, was wir produzieren, für uns zwar selbstverständlich, für andere aber ganz außergewöhnlich ist“, erinnert sich der Geschäftsführer.

„Der Nutzen dieser ersten Präsentation ist bis heute gut für uns anzuwenden“, sagt Blaschke. Das Finale des Gründerpreises habe der damals noch jungen Firma INOX zum einen die Sicherheit gebracht, „dass unsere Idee tatsächlich ankommt“. Doch noch viel wichtiger sei die Erkenntnis gewesen, „dass man als Unternehmen seine ganz besonderen, eigenen Merkmale ganz sauber herausarbeiten muss“, erläutert Alpaslan.

Den Hessischen Gründerpreis bewertet Blaschke als einen „tollen“, weil branchenübergreifenden Wettbewerb. „Wir haben in der Phase viele Menschen kennengelernt und Netzwerke geknüpft.“ Und die Bedeutung dieses „Netzwerkknüpfens“ stellen auch Franke, Sacher und Cramer immer wieder heraus. Dem Initiativkreis des Gründerpreises gehören zwei Dutzend Experten in Sachen Gründung an. Bewerben können sich bis zum 23. September Existenzgründer, die sich in den vergangenen fünf Jahren selbstständig gemacht haben. Die zwölf überzeugendsten Bewerbungen pro Kategorie werden von der Jury zum Halbfinale am 15. Oktober nach Offenbach eingeladen, um sich dort vorzustellen. Die jeweils drei besten erreichen das Finale, das voraussichtlich im November im Rahmen des Hessischen Mittelstandstages stattfinden wird. Verliehen wird der Preis durch Wirtschaftsminister Florian Rentsch.

16 heimische Gewinner

Die Vergangenheit hat laut Franke eindeutig gezeigt, dass die Gründer aus Waldeck-Frankenberg gute Chancen haben, „weil wir uns mit den Existenzgründern auf den Wettbewerb intensiv vorbereiten“. Seit 2003 haben insgesamt 740 Gründer an dem Wettbewerb teilgenommen, davon waren 181 aus Waldeck-Frankenberg. Von den insgesamt 288 Halbfinal-Teilnehmern seit 2003 stammten immerhin 56, als knapp 20 Prozent, aus der Region zwischen Diemelstadt und Ernsthausen. Und von den 72 Finalisten hatten 16, also über 22 Prozent, ihre Wurzeln in Waldeck-Frankenberg. „Allein diese Zahl spricht für die Qualität unserer Gründungen“, sagt Franke.

Weitere Informationen zum zehnten Hessischen Gründerpreis sind im Internet unter der Adresse www.gruendertage-hessen.de oder bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises unter www.wfg-hessen.de erhältlich.

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