Mehr Menschlichkeit im Klinikalltag 

Grüne Damen und Herren besuchen bald Patienten im Krankenhaus in Frankenberg 

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Die zukünftigen Grünen Damen und Herren im Kreiskrankenhaus Frankenberg  mit Geschäftsführer Gerhard Hallenberger (links), der stellvertr etenden Pflegedienstleiterin Silvia Vesper, der Landesbeauftragten der evangelischen Kranken- und Altenhilfe Renate Drüker (mitte vorn), Krankenhauspfarrerin Beate Ehlert (rechts dahinter) und Dr. Harald Schmid (rechts). 

„Bevor Sie mich besucht haben, ging es mir schlecht, jetzt geht es mir wieder gut.“ Diese Worte eines Patienten sind Renate Drüker im Gedächtnis geblieben. Als Grüne Dame besucht sie ehrenamtlich Patienten, die im Krankenhaus liegen, leistet ihnen Gesellschaft und hört sich ihre Sorgen an.

Im Kreiskrankenhaus Frankenberg soll es jetzt auch einen solchen Patientenbesuchsdienst geben. Drüker, die Landesbeauftragte der evangelischen Kranken- und Altenhilfe, dem Dachverband der Grünen Damen und Herren, hat am Mittwoch erklärt, wie das Ehrenamt organisiert werden kann.

„Zeit ist im Krankenhaus Mangelware. Aber es ist genau das, was Patienten brauchen“, sagt Dr. Harald Schmid, ehemaliger Chefarzt für Innere Medizin, der das Projekt koordiniert.

Zeit ist genau das, was die Ehrenamtlichen mitbringen. Sieben Interessierte sind zu der Informationsveranstaltung gekommen. „Meine Mutter lag lange im Krankenhaus. Dabei habe ich die Arbeit der Grünen Damen kennengelernt“, sagt Ulrike Meinecke. Als Angehörige habe ihr der Kontakt gutgetan, jetzt möchte sie selbst als Grüne Dame arbeiten.

Ehrenamtliche übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten

Bei der Arbeit geht es vor allem darum, zu spüren, wie man dem Patienten helfen kann, erklärt Drüker. Jede Grüne Dame oder Herr bekommt eine der Stationen im Krankenhaus zugeteilt. Einmal pro Woche besuchen die Ehrenamtlichen ihre Station für drei Stunden, gehen von Zimmer zu Zimmer und haben für alle Anliegen ein offenes Ohr.

Das kann eine kleine Besorgung am Kiosk sein, ein Gespräch oder ein Spaziergang. Auch eine Begleitung zu Untersuchungen ist möglich. „Es geht jedoch nicht darum, pflegerische Tätigkeiten zu übernehmen“, macht Gerhard Hallenberger, Geschäftsführer der Kreisklinik, deutlich. 

Vielmehr sind die Grünen Damen und Herren ein Sprachrohr zwischen Patient und Pflegepersonal – und sie sind eine Art Angehörigenersatz.

„Es gibt immer mehr Alleinstehende und Menschen, deren Angehörige weit weg wohnen“, sagt Hallenberger. Diese bekämen oft keinen Besuch. Genau aus diesem Grund sei ein Besuchsdienst wichtig.

Weitere Ehrenamtliche gesucht

Das nächste Vorbereitungstreffen der Grünen Damen und Herren findet am Dienstag, 15. Oktober, um 10 Uhr im Krankenhaus statt. Wer Interesse hat, kann teilnehmen (an der Rezeption melden) oder sich im Sekretariat der Geschäftsführung, unter Telefon 0 64 51/5 52 15 informieren.

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