Nach öffentlicher Kritik an Frankenbergs Stadtkämmerer

Grüne werfen Heß „schlechten Führungsstil“ vor

Frankenberg - Der Ortsverband und die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen kritisieren das Führungsverhalten von Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.

Heß hatte in der öffentlichen Haupt- und Finanzausschusssitzung am Montag seinen Stadtkämmerer Peter Seibert ins Achtung gestellt und angekündigt, bei künftigen Haushaltsberatungen auch einen Sachbearbeiter hinzuzuziehen (FZ berichtete ausführlich). „Der Bürgermeister versucht erneut, die eigenen Defizite in Sachen Haushalt zu vertuschen und den Schwarzen Peter sozusagen an den Kämmerer der Stadt abzugeben“, erklärt Ortsverbandsvorsitzender Helmut Naumann. „Wenn so die neue Verantwortung und Fürsorgepflicht unseres Bürgermeisters gegenüber seinen Mitarbeitern aussieht, dann wünschen wir allen Mitarbeitern dieser Verwaltung für die nächsten fünf Jahre sehr starke Nerven“, sagt Fraktionsvorsitzender Uwe Patzer. Aus Sicht der stellvertretenden Ortsverbandsvorsitzenden Christine Möller sollte der Rathauschef „lieber einmal die eigenen Fehler reflektieren und weniger die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in die öffentliche Schusslinie bringen“.

Seibert hatte am Montag in der Ausschusssitzung etliche Fragen der Kommunalpolitiker nicht beantworten können. Zudem war ihm ein Papier zu den Ausgaben des Familienstadt-Projekts fremd, dass sich der Bürgermeister von einem Sachbearbeiter aus der Finanzabteilung besorgt hatte.

Seibert war jedoch nicht der erste Abteilungsleiter in der Stadtverwaltung, der von Bürgermeister Heß öffentlich kritisiert wurde. „Auch dem Leiter des Bauamtes ist dies vor einigen Wochen widerfahren“, erinnert Naumann.

Die Bündnisgrünen erwarten „von einem Bürgermeister, der zudem auch noch Oberstleutnant der Reserve ist, deutlich mehr Führungsverantwortung“. Verantwortung bedeutet, dass Mitarbeiter über ihre Entscheidungen und Handlungen intern Rechenschaft ablegen könnten und müssten, so die Grünen. „Verantwortung übernehmen heißt nicht: Wenn’s gut geht, erntet der Chef die Lorbeeren. Und wenn’s schief geht, sind die Mitarbeiter schuld!“

Ihre Presseerklärung schließen die Grünen mit dem Appell: „Hören Sie damit auf, Mitarbeiter, die sich öffentlich nicht zur Wehr setzen können, in dieser unerträglichen Art und Weise an den Pranger zu stellen, und werden Sie etwas kritikfähiger.“ (r)

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