Flüchtlingsunterkunft: Parlament beschließt Kauf von Hofraithe und Residenz

Soll Flüchtlingsunterkunft werden: Die Residenz in der Straße „Im Sack“. In der kommenden Woche werden Asylsuchende in Rosenthal erwartet. Foto: Daum

Rosenthal. Um dieses Jahr noch bis zu 50 Flüchtlinge unterbringen zu können, kauft die Stadt Rosenthal den Ferien- und Tagungskomplex Hofraithe samt Residenz.

Die HNA klärt die wichtigsten Fragen zu dieser Entscheidung, die am Mittwochabend im Parlament einstimmig von den Stadtverordneten getroffen wurde.

Warum muss Rosenthal jetzt zeitnah eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen?

Die Stadt muss eine Flüchtlings-Quote erfüllen - diese liegt in Rosenthal bei 2,62 Prozent bezogen auf die Wohnbevölkerung. Auf die 2200 Einheimischen kommen also 50 Asylbewerber. Diese sollen am 23. Dezember in Rosenthal eintreffen. „Wir wissen allerdings noch nicht genau, wieviele kommen“, sagte Bürgermeister Hans Waßmuth. Er weist darauf hin, dass die Stadt dem Landkreis schon vor mehreren Monaten mitgeteilt habe, dass durch den geplanten Kauf von Hofraithe und Residenz Wohnraum für Flüchtlinge in Rosenthal geschaffen werden könne. Die Kaufverhandlungen bräuchten aber noch Zeit. „Wir sind daher zunächst von einer hohen Zuweisung verschont geblieben und haben dem Kreis auch keinen Wohnraum gemeldet, weil wir die Variante mit Hofraithe und Residenz fest im Auge hatten.“

Wo werden die Flüchtlinge konkret untergebracht?

In der Residenz in der Straße „Im Sack“. Waßmuth berichtete, dass in dem Gebäude bis zu 50 Flüchtlinge untergebracht werden können. Es sei aber davon auszugehen, dass die Residenz nicht voll belegt werde, sondern nur 41 Flüchtlinge dort einziehen. Grund: In der Straße „Obertor“ hat die Stadt bereits zwei Wohnungen angemietet, in der neun Asylbewerber wohnen können. Gemeinsam mit der Residenz hätte man die Quote also erfüllt. Eine weitere Flüchtlingswohnung, die es in Willershausen gab, steht nicht mehr zur Verfügung.

Was passiert mit der Hofraithe?

Ursprünglich wollte die Stadt Rosenthal im Zuge des Kaufs der Hofraithe und Residenz einen Mitkäufer mitbringen, der im Anschluss die Hofraithe erwirbt. Vertraglich hätte eine so genannte Dienstbarkeit zwischen Stadt und Mitkäufer vereinbart werden sollen, die eine Nutzung der Hofraithe als Flüchtlingsunterkunft ausschließt. Die Verhandlungen mit dem Mitkäufer sind laut Waßmuth jedoch gescheitert. Es gebe aber weiter zwei Bewerber, die an einem Betrieb der Hofraithe als Tourismusareal oder als Komplex mit Eigentumswohnungen interessiert seien. Sollte es zu einem Verkauf der Hofraithe oder von Teilen der Anlage kommen, wird nach wie vor eine Dienstbarkeit festgelegt. Das beschlossen die Stadtverordneten. Eine Flüchtlingsunterkunft in der Hofraithe soll damit verhindert werden.

Was kostet der Komplex „Hofraithe/Residenz“ - warum mussten beide Objekte zusammen erworben werden?

Die Stadt stellt 600.000 Euro für den Erwerb von Hofraithe und Residenz in den Haushalt ein. Die Investition soll einerseits über einen möglichen Weiterverkauf der Hofraithe, andererseits über die Flüchtlings-Pauschale (9,24 Euro pro Tag und pro Flüchtling in der Residenz) refinanziert werden. Außerdem wurde der Magistrat vom Parlament damit beauftragt, einen Investitionszuschuss von zehn Prozent vom Landkreis einzufordern. Dieser fließt laut Dirk Golde (CDU) schließlich auch an Privatleute, die Wohnraum für Flüchtlinge bereitstellen.

Der Verkäufer wollte die Objekte nur als Gesamtpaket veräußern. Laut Waßmuth will die Stadt mit dem Kauf bei der Flüchtlingsunterbringung das Heft in den eigenen Händen behalten und nicht riskieren, dass ein Privatinvestor Flüchtlinge auf eigene Faust in der Hofraithe unterbringt.

Was passiert später mit der Residenz, wenn dort keine Flüchtlinge mehr wohnen? 

Bürgermeister Hans Waßmuth erinnerte daran, dass es Bestrebungen gebe, im Rosenthaler Altstadtkern ein Neubaugebiet auszuweisen. Ein späterer Abriss der Residenz, um das Vorhaben umzusetzen, wäre daher eine Option.

Was Stadtverordnete zu dem Kauf von Hofraithe und Residenz sagen und einen Kommentar zu dem Thema lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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