Ernsthausen

Grundschüler nutzen Medien im Unterricht

- Burgwald-Ernsthausen (apa). Vom Zweifinger-Suchsystem auf der Tastatur bis zum Erstellen von kleinen vertonten Videos reicht die Bandbreite der Medien im Unterricht in der Grundschule.

Seit Herbst nimmt die Ernsthäuser Grundschule als eine von elf Schulen aus Waldeck-Frankenberg und dem Schwalm-Eder-Kreis an einem Pilotprojekt teil. Ziel ist es, Medien in den Unterricht einzubauen und Kindern den Umgang mit Computern, aber auch mit visuellen und akustischen Medien näherzubringen. Im Alltag heißt das, dass Kinder mit, durch und über neue Medien lernen. Dabei werden Computer, Diktiergeräte, Mikrofone, Fotoapparate und die entsprechenden Programme in die Unterrichtsthemen eingebunden – und zwar in allen Fächern, abgesehen vom Sportunterricht.

In allen Jahrgängen wurden Medien zum Lernen eingesetzt, erläutert Schulleiterin Heike Ernst. Die Erstklässler beispielsweise haben ein kleines Diktat geschrieben und die Worte dann „mit dem Zwei-Finger-Suchsystem“ in ein Word-Dokument eingetippt. Anschließend durften sich die Kinder eine Schriftart aussuchen, die sie ausmalen konnten. Andere haben ein englisches Lied gesungen und passend dazu die darin vorkommenden Fahrzeuge fotografiert und die Bilder zu einem kleinen Video zusammengestellt.

Im Deutschunterricht haben die Ernsthäuser Schüler verschiedene kinderfreundliche Suchmaschinen getestet. Anhand von konkreten Fragen zum Thema Dinosaurier haben sie herausgefunden, welche Suchmaschine für die Schule am besten geeignet ist. Und wieder andere haben mit Diktiergeräten Interviews in den Klassen geführt.

Die Geschichte vom „Fönig“ nutzten die Grundschüler nicht nur, um Wörter mit F und K zu suchen, sondern auch, um die Funktion „suchen und ersetzen“ am PC kennenzulernen.

Eine andere Gruppe hat ebenfalls ein Video produziert: Sie haben erst Bilder gemalt und sie nach und nach mit Hilfe eines leicht zu bedienenden Programms in der richtigen Reihenfolge hintereinander geschnitten. Dann haben sie die Bildfolge vertont: Sie haben die Geschichte vorgelesen und mit einem Mikrofon aufgenommen und sie mit Instrumenten akustisch untermalt.

Im Rahmen des Medienbildungskonzepts vermischten die Lehrer alte und neue Medien zum Lernen: Bilder wurden nicht nur mit dem Programm „Paint“ gemalt, sondern auch weiterhin mit Buntstiften. Und um das beliebte Lernprogramm „Antolin“ nutzen zu können, mussten die Kinder vorher Bücher lesen.

Für die Medienbildung stehen verschiedene, kinderleicht zu bedienende Computerprogramme zur Verfügung. Wie sie genutzt werden können, haben Schulleiterin Heike Ernst und Lehrerin Maria Seibel zuvor selbst gelernt und ihr Wissen dann den Kollegen weitergegeben. „Vorher gab es eine große Scheu, Medien wie Video, Fotografie und Audio einzubinden“, erläutert Heike Ernst. Das galt auch für Lehrerin Maria Seibel. Sie lernte durch das Medienbildungsprojekt selbst neue Möglichkeiten, mit dem Computer umzugehen und verschiedene Programme für den Unterricht zu nutzen.

Den Kindern mache der Unterricht mit Computer, Kamera, Mikrofon und Kopfhörern großen Spaß, sagt Heike Ernst. „Selbst schwierige Matheaufgaben werden am Computer regelrecht mit Begeisterung gelöst“, sagt sie. Gleichzeitig werden sie auf die weiterführenden Schulen vorbereitet, wo Internetrecherche mittlerweile zum Unterricht gehört – und das ohne zusätzlich PC-Stunden.

Für die Schulleiterin ist besonders wichtig, dass sich jede Schule ihre Schwerpunkte selbst aussuchen konnte. Die Ernsthäuser Grundschule hat zum Beispiel darauf verzichtet, das Thema „Handy“ in das Medienprojekt einzubinden – was durchaus möglich gewesen wäre, aus Sicht von Heike Ernst aber nicht unbedingt nötig: „Dafür haben die Kinder später noch genug Zeit“.

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