Kinder-Wünscheltruhe in Frankenberg

Gut, aber günstig

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Karin Holzmann, Martina Wiechens, Sabine Schicke, Rudolf Jung und Evelyn Jacobs (v.l.) freuen sich gemeinsam: Die Kinder-Wünscheltruhe hat gestern erstmals im neuen Raum in der Straße „Auf der Nemphe“ geöffnet. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Gut erhaltene Kleidung und Spielsachen zu einem Preis, den der Käufer selbst bestimmt: Das ist das bewährte Konzept der "Wünscheltruhe", die heute und morgen wieder geöffnet ist. Doch die ehrenamtlichen Ausrichter brauchen tatkräftige Hilfe.

Die größte Sorge der Ausrichter vom Zwillingseltern-Stammtisch „Nimm zwei“, Kinderschutzbund und Stadt ist erst einmal Vergangenheit: Bis vor Kurzem standen sie ohne Verkaufsraum da. Dieses Problem löste Immobilienmakler Rudolf Jung: Er stellt das Gebäude, indem zuletzt das Geschäft „Carolin Vanity“ untergebracht war, für die Kinder-Wünscheltruhe zur Verfügung, jedenfalls so lange, bis es einen neuen Mieter für das Ladengeschäft gibt.

Der Verkaufsraum ist im Untergeschoss des Geschäfts eingerichtet. Schon gestern war die Resonanz gut, vor allem an Spielsachen und Bekleidung ist das Interesse groß.

Das Konzept der Kinder-Wünscheltruhe ist es, finanziell schwachen Familien günstige Einkäufe zu ermöglichen. „Allein in Frankenberg leben 300 Kinder an der Armutsgrenze und nochmal genauso viele darunter“, betont Organisatorin Sabine Schicke. Vor allem für deren Familien ist die Wünscheltruhe eine Möglichkeit, für wenig Geld für den Nachwuchs einzukaufen: Von Mützen bis zu Schuhen, Kinderwagen, Spiele, Bücher, Schulranzen - die Auswahl ist groß. Die Wünscheltruhe war zuletzt zweimal im Jahr geöffnet. Weil das Interesse aber so groß ist, überlegen die Organisatoren derzeit, ihren kleinen Laden künftig viermal im Jahr zu öffnen.

Für ihre Aktion bekommen sie viel Zuspruch: „Wir bekommen immer tolle Spenden und großes Lob für unsere Arbeit“, sagt Sabine Schicke. „Aber praktisch helfen will kaum jemand.“ Das Team ist jedes Mal auf der Suche nach Helfern, die - und sei es nur für zwei oder drei Stunden - dabei helfen, Kisten auszupacken und Kleidung und Spielsachen zu sortieren. „Uns fehlt einfach die Manpower“, ergänzt Martina Wiechens vom Kinderschutzbund. Niemand müsse sich verpflichten, andauernd zur Verfügung zu stehen - schon wenige Stunden bei der Vorbereitung oder während der Verkaufszeiten seien schon sehr hilfreich. „Man muss auch nicht jung oder stark sein“, schmunzelt sie: Schwere Kisten müsse niemand tragen.

Wer helfen möchte, wendet sich an den Kinderschutzbund unter Telefon 06451/210065 oder an: Kinderschutzbund-fkb@t-online.de per E-Mail.

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