Mit Aktenordner im Wald

Gutachter bescheinigt Hainaer Stiftungsforsten nachhaltige Waldwirtschaft

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Inspektion im Wald: Manfred Albus, Leiter des Forstbetriebs Stiftungsforsten Kloster Haina (Mitte), und Revierleiter Nils Niemeyer (rechts) weisen Gutachter Alfred Raunecker im Bereich Grauhecke oberhalb von Haina auf die Naturverjüngung mit vielfältigen Baumarten hin. Hier wachsen zum Beispiel Ulme, Ahorn und Weißtanne. 

Haina/Kloster. Ein Gutachter hat überprüft, ob die Stiftungsforsten Kloster Haina nachhaltige und naturnahe Waldwirtschaft betreiben und weiterhin das PEFC-Siegel behalten dürfen.

 „Ja, das sieht gut aus“, sagt Gutachter Alfred Raunecker und meint damit die zarten Ahorn-, Eschen- und Weißtannenpflänzchen auf dem Waldboden. Sie wachsen dort von alleine. Naturverjüngung nennen es die Forstleute. Und genau diese artenreiche Naturverjüngung ist gewünscht.

Der Gutachter kann einen Haken machen auf seiner 55 Punkte umfassenden Liste. Alfred Raunecker überprüft für die Zertifizierungsstelle TÜV Rheinland DIN CERTO, ob die Stiftungsforsten Kloster Haina nachhaltig wirtschaften und die strengen Standards des weltweit gültigen Siegels PEFC einhalten, das für naturnahe Waldwirtschaft steht. Verbraucher entdecken solche Siegel zum Beispiel auf Papiertaschentüchern oder Holzmöbeln.

Wie berichtet, hat der Stiftungsforst 2002 das PEFC-Siegel erhalten. 2013 wurde es bei einer Überprüfung bestätigt. Am Dienstag und Mittwoch ist das 7500 Hektar umfassende Waldgebiet aufgrund eines Zufallsprinzips erneut in den Fokus der Zertifizierungsstelle gekommen.

Forstsachverständiger Raunecker aus Augsburg beginnt seine Inspektion in der Forstverwaltung. Er lässt sich von Betriebsleiter Manfred Albus und den Revierförstern ihre Arbeitsweise erklären. Ein Thema ist dabei die Verwendung von Gift zur Bekämpfung einer Mäuseplage vor drei Jahren. Einsatz von chemischen Mitteln ist nur in Ausnahmefällen und in einem bestimmten Maße erlaubt. Der Gutachter schaut in den Büchern nach der dort angegebenen Verwendung und überprüft vor Ort die Auswirkungen. Beim Waldbegang haben die für das entsprechende Gebiet zuständigen Förster Akten im Arm, um bei Bedarf die entsprechenden Dokumentationen vorzeigen zu können.

Neben Naturschutz spielt auch der Schutz der Menschen eine Rolle: Verwenden die Forstmitarbeiter und Brennholzmacher die notwendige Sicherheitsausrüstung? Werden sie angemessen bezahlt? Der Zertifizierer besucht Waldarbeiter bei der Arbeit.

Und er ist auch auf dem Tischbein-Wanderweg und dem Weg durch den Stamfordschen Garten, die der Forstbetriebe Ende der 1990er-Jahre angelegt hat, unterwegs. Im Fokus dabei ist die Zugänglichkeit des Waldes für Erholungssuchende.

Am Donnerstagnachmittag beendet Alfred Raunecker die Inspektion. Sein Fazit: „Ein richtiger Erfolg. Ich habe keine Korrekturen.“ Sein einziger Verbesserungsvorschlag: Der Forstrahmenplan stammt von 2005. Er sollte bald aktualisiert werden. Ein gutes Ergebnis bei den Kontrollen sei keine Seltenheit. „In den vergangenen 18 Jahren sind die mit dem PEFC-Siegel verbunden Vorgaben bei den Betrieben angekommen“, sagt er.

Quelle: HNA

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