Bottendorf

Gute Freunde auch ohne viele Worte

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- Burgwald-Bottendorf (apa). „Man muss nicht dieselbe Sprache sprechen, um befreundet zu sein“, sagt Cameron Barbour. Der beste Beweis dafür ist das freundschaftliche Verhältnis, das der Kanadier und seine Frau Jennifer zum Ehepaar Mengel aus Bottendorf pflegen.

Ein winziges Wörterbuch ist immer dabei, wenn sich Irmtraud und Dieter Mengel mit Jennifer und Cam Barbour unterhalten: „Das ist die Basis unserer Gespräche“, sagt Cameron, kurz Cam, Barbour. Die Freundschaft der beiden Familien funktioniert auch ohne flüssige Konversationen und tief gehende Gespräche, doch das ein oder andere Wort ist für eine funktionierende Kommunikation doch unentbehrlich.

Zum wiederholten Mal waren die Kanadier zu Gast in Bottendorf. Sie haben eine vierwöchige Reise durch Europa hinter sich und verbrachten die letzten Tage ihres Urlaubs bei den Mengels. Heute morgen geht es zurück in die Heimat. Seit mehr als zehn Jahren kennen sich die Familien. Carolyn Barbour und ihre beiden Schwestern waren mit einem Chor aus Medicine Hat in Bottendorf zu Gast. Ihre Mutter Jennifer begleitete den Chor damals als Aufsichtsperson. Carolyn war bei den Mengels untergebracht.

„Das erste Mal haben wir uns auf der Dorfbrücke gesehen“, erinnert sich Irmtraud Mengel. Jennifer Barbour habe etwas verstört reagiert, als sie hörte, dass ihre Tochter und eine weitere Schülerin bei einem Jungen untergebracht werden sollten. „Ich habe mich bei ihr als seine Mutter vorgestellt, damit sie beruhigt sein konnte“, erzählt die 55-Jährige. Von Anfang an mochten sich die Mengels und die Barbours. Noch im gleichen Jahr kam Jennifer Barbour mit ihrem Sohn Daniel noch einmal nach Deutschland und besuchte die Bottendorfer. „

Da war gleich eine Connection“, berichtet Irmtraud Mengel – unbewusst baut sie englische Wörter in ihre deutschen Sätze ein, genauso wie die Barbours ihre englischen Sätze mit deutschen Wörtern auffüllen. Dabei sprechen sowohl die Gastgeber als auch ihre Gäste nur wenige Wörter in der jeweils anderen Sprache. Und doch können sie sich ganz gut verständigen, freut sich Irmtraud Mengel. Sogar über das Renteneintrittsalter haben die beiden Ehepaare bereits diskutiert, wenn auch mit einigen sprachlichen Hindernissen. Bei jedem Treffen kommen ein paar neue Wörter und neue Redewendungen hinzu.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 07. April.

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