über Frisuren, Heimat und Lena

"Dursti" im HNA-Interview: Lena kommt unter die Top fünf

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Wieder mal in der Heimat: Christian Durstewitz auf dem Rolandsbrunnen in Fritzlar.

Bei der traditionellen Hexenjagd am 1. Mai in Altenlotheim hat er mit Freunden sein Revier mit Gummipfeilen und Wasserbomben verteidigt. Christian Durstewitz ist auf dem nordhessischen Boden geblieben.

Im vergangenen Jahr war er bei der Vorausscheidung zum Song Contest bundesweit bekannt geworden.

Christian, wann gehst du endlich mal zum Friseur?

Christian Durstewitz: Mal sehen. Auf jeden Fall kommen nur die Spitzen ab. Die Frisur drückt so ein bisschen den Künstler aus, der ich bin. Früher war ich der Schüler mit kurzen Haaren, heute bin ich der Dursti.

Seit Stefan Raabs Castingshow sind Deine Haare berühmt. Dieser Hype, den es um Dich gab, hält der noch an?

Durstewitz: So lange du in der Show bist, ist das Medieninteresse natürlich am größten. Das hat etwas abgenommen, weil dann ja Lena stärker im Fokus stand.

Es ist aber schöner und angenehmer geworden. Ich kann weiterhin in Ruhe einkaufen und trotzdem werde ich ab und zu erkannt. Wichtig ist mir, dass die Leute weiterhin zu meinen Konzerten kommen, und das tun sie.

Hast du dann dann auch mal Zeit, in deinem Geburtsort Fritzlar vorbeizuschauen?

Durstewitz: Ich bin zwar nicht oft hier, aber regelmäßig, gerade bei Familienfeiern. Das hat sich gegenüber früher auch nicht geändert.

Hat die Zeit, in der Du in Fritzlar gelebt hast, Einfluss auf dein Songschreiben genommen?

Durstewitz: Die ganze Natur und Umgebung hier in Nordhessen gibt es nirgendwo anders. Ich bin überzeugt, dass mich das geprägt und inspiriert hat. Ich war auch immer ein kleiner Naturfreak und habe früher mit meinen Cousinen im Wald Baumhäuser gebaut. In einer Großstadt wäre ich falsch aufgehoben.

Du hast eine erfolgreiche Tour hinter Dir. Gibst du bei der Performance auch mal ohne Gitarre alles und tanzt?

Durstewitz: Ich würde nicht wie Usher mit fünf Leuten auf der Bühne rumhopsen. Ich war aber schon immer so ein kleiner Showmensch und baue bestimmte Elemente in die Show ein, damit die Leute nicht sagen: „Ach der Dursti, der stand nur da oben mit seiner Gitarre und hat gesungen.“

Was viele nicht wissen: Du hast unter dem Fritzlarer Ballettmeister Barry Wilkinson, Balletterfahrungen gesammelt. Hat dir das für die Bühne geholfen?

Durstewitz: Genau dadurch habe ich das Gefühl für die Bühne bekommen; dafür, wie man auftritt. Ich war ja auch nicht der, der in den Tutus rumgesprungen ist. Wir Jungs haben eher die Blues Brothers verkörpert.

Steht in nächster Zeit Neues an?

Durstewitz: Im Sommer kommen jetzt die Festivals, bei denen ich mit meiner Band spiele. Außerdem bin ich mit Raabs Band „Heavytones“ bei Festivals als Sänger dabei. Dann stehen viele Projekte an, die mit Komponieren zu tun haben. Ich hätte auch mal riesig Bock, bei der „Stock Car Crash Challenge“ mitzufahren. Vielleicht ergibt sich da ja mal was.

Also wird man noch von dir hören?

Durstewitz: (lacht) Das hoffe ich doch. Mit der Musik wird es auf jeden Fall weitergehen. Ob man das immer als Hauptberuf ausführen kann, weiß ich nicht. Vielleicht werde ich auch noch studieren, wobei die Musik darunter ja nicht leiden muss.

Lena soll demnächst ihren Eurovision-Titel verteidigen. Wie stehen ihre Chancen?

Durstewitz:

Mein Tipp ist die Top Fünf. Der neue Song unterscheidet sich stark von „Satellite“ und hat etwas ganz Besonderes. Lena hat den Vorteil, dass sie das Original ist, aber mit etwas völlig anderem kommt, was ihr gut zu Gesicht steht.

Ich habe mir auch alle Songs der anderen Länder schon mal angehört und finde, dass Lenas Lied zu den stärksten gehört.

Wirst du Lena beim Finale in Düsseldorf unterstützen?

Durstewitz: Ich versuch’s, aber ich kann es nicht versprechen, denn ich bin zurzeit sehr viel unterwegs.

Zur Person:

Christian Durstewitz wurde am 11. Mai 1989 in Fritzlar geboren. Der Sänger und Komponist, der jetzt in Altenlotheim bei Frankenberg zu Hause ist, wurde im vergangenen Jahr durch die Castingshow „Unser Star für Oslo“ bekannt. Bei diesem Vorentscheid zum Eurovisions-Song-Contest, bei dem sich schließlich Lena Meyer-Landruth durchsetzte, schaffte es Durstewitz auf Platz 3. Dursti, wie er gerne genannt wird, hat sein erstes Album „Let Me Sing“ (Universal) herausgebracht und seine erste Tournee absolviert. Seinen allerersten Auftritt als Sänger hatte er bei der HNA-Veranstaltung „Montagsgemähre“.(msx)

Quelle: HNA

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