Bürgermeister zieht Halbzeitbilanz seiner dritten Amtszeit

Rüdiger Heß kündigt neue Projekte für Frankenberg an

Die Ederberglandhalle wird schon einigen Monaten umfangreich umgebaut. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 
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Die Ederberglandhalle wird schon einigen Monaten umfangreich umgebaut. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Am 1. April 2018 ist Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß in seine dritte Amtszeit gestartet. Zur Halbzeit zieht er eine Zwischenbilanz und blickt auf die nächsten drei Jahre.

Frankenberg – Die dritte Wahlperiode von Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß endet am 30. März 2024. Ob der 65-Jährige dann noch ein weiteres Mal kandidieren wird, ist noch offen. Ausgeschlossen hat er es bisher nicht – auch von Amtsmüdigkeit ist nichts festzustellen.

„Gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Bürgern haben wir in den vergangenen Jahren für Frankenberg eine positive Entwicklung erreicht“, sagt Heß in seiner Halbzeitbilanz. Daran will er in den nächsten drei Jahren anknüpfen. Schwerpunkte setzt er in Stadtentwicklung, Bauen, Kinderbetreuung, Klimaschutz, Brandschutz, Tourismus und Breitbandversorgung. Noch 2021 soll der Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Kulturbahnhof beginnen, dort sollen Stadtbücherei und Musikschule einziehen.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß

Ebenfalls bald los geht es mit dem Bau des neuen Feuerwehrstützpunkts, die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Mit dem Abriss des Ostflügels am Landratsamt soll diesen Sommer begonnen werden. In der Altstadt sollen Ober- und Untermarkt bis 2024 ausgebaut werden. „Die Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2027 hat in Sachen Stadtentwicklung bereits für wesentliche Impulse gesorgt“, sagt Heß. „Vor allem sollen mehr und ökologisch wertvollere Naturräume geschaffen werden.“

Wichtig sei es, Schwerpunkte zu setzen. Zuletzt seien sie vor allem dort gesetzt worden, wo es Geld aus Förderprogrammen gab. Für die städtischen Investitionen von insgesamt 67,7 Millionen Euro in der laufenden Amtszeit seit 2018 seien zwischen 60 und 95 Prozent durch Drittmittel akquiriert worden.

„Der größte Teil wurde somit nicht mit städtischem Kapital gestemmt“, so der Bürgermeister. Gemeinsam mit der Energiegesellschaft und den Stadtwerken belaufe sich das Investitionsvolumen seit 2018 auf rund 113,8 Millionen Euro. „Damit sichern wir Arbeitsplätze“, so Heß.

Ein großer Teil sei in Bauprojekte geflossen: Umgestaltung Uferstraße, Öffnung der Stadt zur Eder, Brücke Walkegraben, Sanierung Bottendorfer Straße. In Schreufa, Röddenau und der Kernstadt wurden neue Baugebiete ausgewiesen: „Der enormen Nachfrage nach Bauplätzen für Einfamilienhäuser können wir auch in Zukunft entsprechen.“

Begonnen wurde die Sanierung der Ederberglandhalle; an der Marburger Straße entsteht ein neues Familienzentrum. „Beide Projekte sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate abgeschlossen sein“, sagt Heß.

In seiner Zwischenbilanz dankt er ausdrücklich dem scheidenden Parlament für die Zusammenarbeit. „Je mehr Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, desto mehr können wir erreichen“, sagt er. Gleichzeitig freue er sich auf die Zusammenarbeit mit den neu gewählten Gremien. „Wir haben auch in Zukunft gemeinsam viel vor.“ Er wolle jedenfalls sein Möglichstes tun, um die gesetzten Ziele zu erreichen. 

Radwege und Breitband für die Stadtteile

Klimaschutz

Als einen weiteren wichtigen Schwerpunkt nennt Bürgermeister Heß den Klimaschutz – auch in Zusammenarbeit mit der Region Burgwald-Ederbergland. „Für den Hochwasserschutz wurden in Haubern und Röddenau bereits Maßnahmen umgesetzt, weitere folgen.“ Gewässerrenaturierungsmaßnahmen wie an der Nemphe, der Lengel, am Gold- und Litzebach sowie an der Nuhne seien neben dem Hochwasserschutz auch wichtig für die Wasserqualität und die ökologische Vielfalt. „Davon profitieren wir alle. Auch diese Maßnahmen werden vor allem mit Mitteln von Land, Bund und der EU finanziert“, so Heß. Darüber hinaus habe sich Frankenberg dem überregionalen Projekt Klimabonus angeschlossen.

Radwege

Einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz leiste die Stadt durch die Stärkung der Nahmobilität. „Es ist nötig, neben dem Autoverkehr auch andere Formen der Mobilität zu fördern“, sagt Heß. Die topografische Lage der Stadt sei dafür zwar nicht optimal, der E-Bike-Boom eröffne aber neue Möglichkeiten. Heß: „Die Umsetzung des beschlossenen Konzepts für die innerstädtischen Radwegeverbindungen treiben wir mit aller Kraft voran.“ Vor allem die Verbindungen in die Stadtteile seien wichtig und müssten zu einem überregionalen Radwegenetz ergänzt werden. Auch der Landkreis arbeite bereits daran.

Tourismus

Stolz ist der Bürgermeister auf den Namenszusatz „Philipp-Soldan-Stadt“ – den darf Frankenberg seit 2018 tragen. „Wir haben das zum Anlass genommen, das städtische Logo und und den gesamten Markenauftritt neu zu gestalten“, erinnert Heß. Ein einheitlicher Markenauftritt sei wichtig, um nach innen und außen als Einheit aufzutreten, auch im Bereich Tourismus. Der Tourismus müsse weiter gefördert werden, sagt Heß, daher freut er sich auch über den neu angelegten und zertifizierte Frankenberger Premium-Stadtwanderweg und die Sanierung des Hexenturms. Der ist seit 2019 wieder begehbar.

Breitband

Heß zur Breitbandversorgung: „Die Situation insbesondere der Stadtteile ist unter der Führung der Breitband Nordhessen 2019 und 2020 deutlich verbessert worden, sodass inzwischen für die allermeisten Frankenberger eine leistungsfähige Breitbandverbindung möglich sein sollte. Kreisweit wird sich auch die Mobilfunkabdeckung verbessern, die weißen Flecken werden Stück für Stück verschwinden.

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