VEW hält an Windpark in Gemünden fest

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So soll es einmal aussehen: Die VEW hat ein Teil der künftigen Flächen für Windkraftanlagen vom südlichen Stadtrand Gemündens aus fotografiert und vier Windräder eingezeichnet. Insgesamt sollen elf Anlagen in Gemünden und Schiffelbach entstehen.

Gemünden. Trotz der Ankündigung des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), die Einspeisevergütung für Windkraftanlagen verringern zu wollen, wird in Gemünden die Errichtung des dort geplanten Windparks weiter vorangetrieben.

Die Verbands-Energie-Werk (VEW), Gesellschaft für Erneuerbare Energien, die den Windpark betreiben wird, zeigte bei einer Info-Veranstaltung in Gemünden Möglichkeiten auf, wie der Strom in Zukunft auch ohne staatliche Einflüsse vermarktet werden könne.

Im Sommer rechnet die VEW mit der Genehmigung des Windparks. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Auch die Bürger sollen sich über eine Genossenschaft an dem Projekt beteiligen.

„Man kann jetzt natürlich die Frage stellen: Macht es noch Sinn, dass wir heute hier sind“, sagte Stefan Schaller, der als Geschäftsführer der EWF und VEW nach Gemünden gekommen war. „Eine Absenkung der Einspeisevergütung von zehn Prozent für Windparks, die ja mittlerweile im Raum steht, kann für solche Projekte tödlich sein. Dennoch werden wir unsere Planungen hinsichtlich der Errichtung des Windparks in Gemünden weiter mit aller Kraft vorantreiben, um das Ganze zu realisieren.“

Grund für Schallers Optimismus ist die Tatsache, dass die VEW intensiv dabei ist, ein Konzept zu entwickeln, nach dem der durch Windkraftanlagen erzeugte Strom künftig gemeinsam mit der EWF und mit Unterstützung von Energieversorgern direkt und außerhalb des Erneurbaren-Energien-Gesetzes (EEG) vermarktet wird.

Wie das aussehen soll, erläuterte der Geschäftsführer: „Wir sind in Gesprächen mit größeren Energieversorgern wie der E.on. Grundlage der Gespräche ist die Tatsache, dass man zwar den Strombedarf genau prognostizieren kann, aber eben nicht die tatsächliche Menge, die beispielsweise durch Windkraftanlagen produziert wird“, so Schaller.

Es könne also zu einer Differenz zwischen erzeugtem Strom und Strombedarf kommen. „Wir haben deshalb bei den Energieversorgern nachgefragt, ob sie uns den restlichen Strom zuliefern können und ob das insgesamt für sie ein interessantes Geschäftsmodell sei. Wir haben durchweg positive Antworten erhalten.“ Somit hätte man die Möglichkeit, Windparks außerhalb des EEG und daher ohne staatliche Eingriffe zu vermarkten, betonte Schaller.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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