Programm der Schulkonzerte ist so abwechslungsreich wie das Aprilwetter dieser Tage

Von Händel bis hin zu Heavy Metal

Das fast 100-köpfige Schulorchester, im Bild einige Streicher, Holzbläser und Schlagwerker, spielt auf hohem musikalischen Niveau. Ausnahme-Talente erhalten entsprechende Förderung.

Frankenberg - Das Jugendsinfonieorchester der Edertalschule beeindruckte seine Zuhörer bei zwei Konzerten in der Kulturhalle mit einem vielseitigen Programm, dessen große Stärke darin lag, dass es die individuellen Fähigkeiten der Schulmusiker hervorgetan hat.

Das gesamte Orchester spielt auf hohem musikalischen Niveau. Einige der Schüler können aber noch mehr, als „nur“ ihre Stimme zu spielen. Sie übernehmen die Führung in ihrer Instrumentengruppe, spielen Solokonzerte oder treten sogar ans Dirigentenpult. Darüber hinaus hat der Nachwuchs-Maestro Philipp Sander - Stimmführer der Trompeten und heimlicher Star der diesjährigen Schulkonzerte - auch noch ein Stück für das Orchester selber arrangiert. Dessen Aufführung war zweifelsohne einer der Höhepunkte in dem Konzertprogramm, das so wechselhaft wie das April-wetter dieser Tage gewesen ist und sämtliche Genre-Grenzen gesprengt hat. Immerhin handelte es sich bei dem Sander-Arrangement um eine Orchesterfassung des Songs „Ghost Love Score“, der eigentlich von der finnischen Heavy-Metal-Band „Nightwish“ performt wird.

Wie in einem Horror-Film

Höllisch laut war es, ein Sound, wie in einem Horror-Film, brachte die Kulturhalle zum Beben. Sander hatte das Orchester um eine dreiköpfige Rockband, einen Chor und drei Sängerinnen erweitert, Musiklehrer und Big-Band-Chef Torsten Herguth bediente am Mischpult die Klangregler. Johlender Applaus belohnte die Musiker - mit so einem Song hatte an diesem Abend wohl kaum ein Zuschauer gerechnet.

Der Song aus der skandinavischen Schwermetall-Szene war der fulminante Abschluss des zweiten Programmteils, auf den nur noch ein weiteres Paradestück des Orchesters folgen konnte: Ein Medley mit Melodien aus dem Musical „Miss Saigon“, das am Ende in einen mitreißenden Swing-Rhythmus mündet, bei dem die Schüler ihre Zuschauer noch einmal mit beinahe unbändiger Spielfreude begeisterten. Jenes Musical-Medley hatte noch der frühere Orchesterleiter Wilfried Jerrentrup an die Edertalschule gebracht, es ist zu einem Evergreen geworden.

Vor genau zehn Jahren begann der sanfte Übergang an der Spitze des Orchesters: Markus Wagener kam 2002 als Studienrat an das Gymnasium. Er war der designierte Nachfolger von Jerrentrup, der ein Jahr später, im Sommer 2003, in den Ruhestand ging und den Dirigentenstab an Wagener übergab.

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