Versicherung muss nicht zahlen

"Häschenbar": Seit neun Jahren Streit um abgebrannte Bordell-Ruine

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Abgebranntes Bordell: Die „Häschenbar“ bei Löhlbach.

Löhlbach. Vor neun Jahren ist das Bordell „Häschenbar“ am Ortsrand von Löhlbach abgebrannt, doch noch immer gammelt die Brandruine an der B 253 vor sich hin.

Viele Löhlbacher und Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus möchten, dass der „Schandfleck“ wegkommt – doch der Streit zwischen Besitzer Rolf Rohner (Reinhardshausen) und der Sparkassenversicherung dauert bis heute an.

Vom Landgericht über das Oberlandesgericht bis zum Bundesverfassungsgericht ist der Bordellbetreiber gezogen, weil die Versicherung den Brandschaden, den er mit 360.000 Euro angegeben hatte, nicht zahlen wollte. Doch vergeblich: Rohner kam mit seiner Ansicht, dass eine Elektroheizung im Obergeschloss die Brandursache war, nicht durch.

Schon das Landgericht folgte 2009 der Ansicht des Gutachters, dass ein nicht ordnungsgemäß aufgestellter Kaminofen die Brandursache war.

Rolf Rohner

Nun steht endgültig fest: Die Versicherung muss nicht zahlen. Die fordert ihrerseits von Rohner 74.000 Euro zurück. Mit dieser Summe hatte sie nach dem Brand eine Hypothek abgelöst, die noch auf dem Gebäude lastete.

Der ehemalige Bordell-Betreiber, jetzt 71 Jahre alt, sieht sich dazu nicht in der Lage. „Das Bordell war meine Altersversorgung. Ich habe jetzt gerade mal 188 Euro Rente“, schildert er der HNA seine Lage. Bis zum 28. August soll er zahlen. „Ich werde nun Privatinsolvenz anmelden müssen“, sagt er.

Die Sparkassenversicherung beharre auf ihrer Forderung, sagte Sprecherin Andrea Lee-Ott der HNA. „Wir kennen die finanziellen Verhältnisse von Herrn Rohner nicht.“

Bürgermeister Backhaus hatte sich mehrfach an die Versicherung gewandt und um Entgegenkommen gebeten. Er kann sich vorstellen, dass die Gemeinde das Grundstück mit dem abgebrannten Bordell für einen Euro kauft und mit freiwilligen Helfern die Brandreste entfernt. Denn Besitzer Rohner sei nicht in der Lage, die 20.000 Euro für die Entsorgung aufzubringen.

„Ich habe mit dem Kreisbauamt gesprochen. Wir könnten den Kellerbereich auffüllen und dann das Ganze einsäen“, sagt der Bürgermeister.

Es gehe nicht nur um den optischen Eindruck, sondern auch um Beseitigung von Gefahren auf dem verwahrlosten Grundstück. Gebüsch rage bis auf die Straße. (mab)

Quelle: HNA

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