Klinikneubau in Frankenberg führt zu Umstrukturierungen am Standort Haina

"Häuschen wechsle dich" auf dem Klosterareal

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Haina (Kloster) - Eine Erweiterung der Forensik in Haina ist vorerst unwahrscheinlich. Der Neubau in Frankenberg führt aber zu Umstrukturierungen im historischen Kloster.

Der Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) in Frankenberg hat Auswirkungen auf die anderen Betriebszweige am Standort Haina. Denn die Auslagerung der 112 Betten bedeutet, dass Räume frei werden. „Wir erstellen derzeit eine Zielplanung, was mit den Räumen passiert“, informierte der Geschäftsführer von Vitos Haina, Ralf Schulz. Der entstehende Leerstand solle optimal genutzt werden. Bisher sei beispielsweise die Verwaltung mit den verschiedenen Abteilungen über das Klostergelände verstreut. Das soll sich ändern: „Es gibt es gewaltiges Potenzial zur Optimierung“, sagte Schulz. Allerdings sei es durchaus möglich, dass einige Gebäude, die beispielsweise „energetische Katastrophen“ und längst abgeschrieben seien, vorerst nicht neu genutzt werden.

Ob der frei werdende Raum für die Behandlung von weiteren psychisch kranken Straftätern genutzt wird, sei noch zu überlegen: „Da ist noch nichts entschieden“, sagte Schulz. Denn die Umnutzung bisheriger allgemeinpsychiatrischer Stationen für die Forensik wäre mit Umbauten der vorhandenen Stationen verbunden. Susanne Nöcker, Referatsleiterin für psychiatrische Versorgung und Maßregelvollzug im Hessischen Sozialministerium, betonte daraufhin, dass Hessen das einzige Bundesland mit einem Rückgang an suchtkranken Straftätern sei.

Nöcker verwies auf den Forensik-Standort in Riedstadt: Dort stehe der Bau eines weiteren Bettenhauses noch aus. Auch die Funktionräume in der dortigen neuen Klinik seien für mehr Patienten ausgelegt als derzeit dort untergebracht sind. Ein Neubau sei daher wirtschaftlich. „Riedstadt ist nicht raus“, sagte Nöcker. Allerdings schätze man im Ministerium die Standorte Haina und Gießen sehr. „Das wird eine gemeinsame Entscheidung von Vitos und dem Ministerium.“

Ob der Standort Haina durch die Auslagerung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nach Frankenberg „dicht gemacht“ werde - mit dieser Frage sei er konfrontiert worden, berichtete der Vorsitzende des Forensikbeirates, Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus. „Dichtmachen? Nein!“, betonte Susanne Nöcker.

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