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Patient flieht aus forensischer Psychiatrie: Wie konnte das passieren?

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Von: Martina Biedenbach

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Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie: In diesem Gebäudekomplex in Haina sind psychisch kranke Rechtsbrecher untergebracht. Archi
Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie: In diesem Gebäudekomplex in Haina sind psychisch kranke Rechtsbrecher untergebracht. Archi © Martina Biedenbach

In Haina (Kreis Waldeck-Frankenberg) kehrt ein Patient nicht in eine forensische Klinik zurück. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung ist der Mann jetzt zurück.

Haina/Kloster – Der 31-jährige Forensik-Patient, nach dem seit Donnerstagnachmittag (4. August) gesucht wurde, ist noch am Donnerstagabend gegen 23.30 Uhr im Hauptbahnhof in Frankfurt/Main von Polizeikräften gefasst worden. Hinweise aus der Bevölkerung hatten dazu beigetragen, teilte Dirk Richter, Sprecher der Polizei Waldeck-Frankenberg, am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Wie berichtet, war der Patient nach einem genehmigten Ausgang nicht in die Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie in Haina, die psychisch kranke Rechtsbrecher betreut, zurückgekehrt. Da aufgrund seiner Erkrankung aggressive Handlungen nicht ausgeschlossen wurden, warnte die Polizei die Bevölkerung und bat um Hinweise.

Erleichterung bei Klinik: Mann aus Haina in Frankfurt festgenommen

„Es sind etliche Hinweise eingegangen“, informierte Richter, unter anderem sei der Patient im Zug nach Frankfurt gesehen worden. Im Hauptbahnhof hätten dann Polizeibeamte in Zivil den Mann in Gewahrsam genommen.

„Wir sind froh, dass die Polizei den Mann festgenommen hat und er in die Klinik zurückgeführt werden konnte“, sagte Rouven Raatz, Pressesprecher von Vitos Haina, am Freitag.

Mann flieht aus forensischer Klinik in Haina: Wie konnte das passieren?

Aber wieso hatte der 31-Jährige unbegleiteten Ausgang, wenn aggressives Verhalten nicht ausgeschlossen wurde? Wird er künftig höhere Sicherheitsauflagen bekommen? Dazu sagte die Klinik: „Lockerungen wie genehmigte Ausgänge sind vom Therapieverlauf abhängig und werden in einem mehrstufigen Verfahren jeweils im Einzelfall geprüft und gewährt. Verstöße gegen Auflagen werden immer umfassend bewertet und finden Eingang in die Entscheidungen über den weiteren Behandlungsverlauf. Zudem werden die grundlegenden Prozesse in Bezug auf die Sicherheit analysiert und gegebenenfalls angepasst.“

Wenn ein Forensik-Patient flüchtet oder vom Ausgang nicht zurückkommt, dann verursacht das Sorge bei den Menschen in Haina und Umgebung. Deshalb war im November im Hainaer Forensikbeirat, der ein Bindeglied zwischen Bevölkerung und Klinik ist, über eine schnellere Information der Bevölkerung diskutiert worden.

Kreis Waldeck-Frankenberg: Vorgehensweise laut Bürgermeister „korrekt und transparent“

Zur Information im aktuellen Fall sagt der Vorsitzende des Forensikbeirats, Hainas Bürgermeister Alexander Köhler: „Ich wurde gegen 18 Uhr informiert, unmittelbar nachdem die interne Bewertung der Lage erfolgt war und der Start des Informationsprozesses durch Vitos gestartet wurde. Diese Vorgehensweise halte ich für absolut korrekt und transparent!“

Er sei auch „zeitnah darüber informiert worden, dass der Patient am späten Abend gesichtet, kurze Zeit später aufgegriffen und in der Nacht in die Klinik zurückgeführt wurde“. Besorgte Anrufer oder Anfragen aus der Bevölkerung seien weder bei Köhler noch im Hainaer Bürgerbüro eingegangen. (Martina Biedenbach)

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