Damit ist offen, ob die Teiche zurückgebaut werden

Renaturierung der Wohra bei Haina: Bürger werden beteiligt

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Schon viel Wasser weg: Der obere der beiden Wohrateiche bei Haina/Kloster. 

Das Wasser an den Hainaer Wohrateichen wird zwar abgelassen, aber wie es dann weitergeht, darüber wird in einem Planfeststellungsverfahren entschieden. Das wird nicht nur Umweltverbände freuen.

Das teilten am Freitagnachmittag Landeswohlfahrtsverband und Regierungspräsidium Kassel mit. Durch dieses Verfahren ist gesichert, dass die Öffentlichkeit – zum Beispiel Umweltverbände oder die Bürgerinitiative „Rettet die Wohrateiche“ – beteiligt wird.

Damit ist offen, ob die Teiche tatsächlich zurückgebaut werden oder ob die Deiche ertüchtigt werden müssen. Das Verfahren kann sich hinziehen, wenn zum Beispiel Gegner einer Renaturierung der Wohra Klage einreichen.

 Das bedeutet, dass nicht der frische Schlamm des Teichgrunds für die Ummodellierung genutzt werden kann, sondern das Gras und anderes darüber wächst.  

Der Rückbau der Teiche wird vom Eigentümer, dem Landeswohlfahrtsverband in Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde geplant. 

Wasser wird bereits abgelassen

Wie berichtet, wird seit Dienstag das Wasser an den Teichen abgelassen, um einem Brechen der maroden Dämme vorzubeugen. An den Teichrändern sind schon riesige Schlammfelder aufgetaucht, die übel riechen. Grund ist organisches Material – Laub, Holz, Gräser, verendete Tiere – das im Schlamm eingeschlossen war und nun freigesetzt wird. Auch jede Menge Unrat kommt zutage.

Alleine am unteren der beiden Hainaer Wohrateiche haben die Schüler Ari Vogel (links) und Yannick Hübner am Freitag über 156 Muscheln aufgelesen. Die werden ebenso umgesiedelt wie die hunderte Edelkrebse, die die Jungen zusammen mit Biologen der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Marburg seit einer Woche abfischen.

Die Fische werden nächsten Woche abgefischt. 

Straße ab Montag gesperrt

Wegen Arbeiten an den Hainaer Wohrateichen wird ab Montag, 14. Oktober, 7 Uhr, die Kreisstraße K 107 von Haina in Richtung Battenhausen bis zum Freitagnachmittag, 18. Oktober, voll gesperrt.

Wie der Landeswohlfahrtsverband weiter mitteilt, wird Fischwirtschaftsmeister Thomas Hennig mit dem Abfischen und dem Abtransport von Fischen aus den Teichen beginnen. Mitarbeiter der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Marburg werden weiter Krebse und Muscheln bergen, die anschließend in die Rhön umgesiedelt werden.

Zum Abschluss der Arbeiten werden die Stauteiche dann vollständig geleert und die Wohra um die Stauanlagen geleitet. Für Insekten und Amphibien werden Ersatzhabitate angelegt.

Um zusätzliche Sperrungen zu vermeiden, werden Arbeiter im Auftrag der Stiftungsforsten Kloster Haina in derselben Woche Bäume am Rand des Naturschutzgebietes fällen. Es sind stark geschädigte und abgestorbene Bäume, vor allem Fichten, Eschen und Erlen.

Die Arbeiten sind aus Gründen der Verkehrssicherung notwendig. Für sämtliche Arbeiten liegen Genehmigungen des Regierungspräsidiums vor, betont der LWV.

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