Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg vor den Flammen gerettet

In der Handschrift der Urgroßväter

+

Gemünden - Die dicke Mappe aus grünem Karton mit den Worten „General-Akte der Stadtverwaltung“ auf dem Deckel sieht auf den ersten Blick nach verstaubten Unterlagen aus. Doch darin waren jahrzehntelang Dokumente verborgen, die persönliche Schicksale, erlebte Geschichte und die kollektive Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verknüpfen.

Beinahe wären Hunderte Briefe, Fotos, Postkarten und die darauf festgehaltenen Erinnerungen aus dem Ersten Weltkrieg ein Raub der Flammen geworden. Stattdessen können sie nun gelesen, ausgewertet und im noch jungen Gemündener Stadtmuseum gezeigt werden.

Die Dokumente sind einem ungehorsamen Gemündener zu verdanken, der heute Wert auf Anonymität legt. Er umging vor vielen Jahren die Anordnung aus dem Rathaus, die dicke grüne Mappe und ihren Inhalt zu verbrennen, und behielt die Dokumente heimlich.

Nun, 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, hat der heimliche Hüter die Feldpost an Bürgermeister Frank Gleim übergeben. Dieser überreichte sie wiederum an Norbert Otto, den Vorsitzenden des Gemündener Museumsvereins.

Dass die Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg überhaupt in der Stadtverwaltung aufbewahrt wurde, lag an dem Umstand, dass die Briefe und Karten damals noch an Bürgermeister Möbus gesandt werden mussten. „Lieber Herr Bürgermeister, das Paket von Ihnen nebst Gemeinde habe ich erhalten, wo für ich meinen besten Dank aussage“, heißt es etwa in einem Brief vom 3. Januar 1916.

Am Mittwoch, 11. Juni, ab 19 Uhr spricht Professor Wilhelm E. Winterhage von der Universität in Marburg beim Museumsverein über den Ersten Weltkrieg im Kontext der internationalen Politik.

Mehr über die gerettete Feldpost lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Mittwoch, 28. Mai.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare