Kunstrasen für Battenberg

Harter Boden soll Kunstrasen weichen

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René Eickhoff, Siegfried Franke, Heinfried Horsel und Burkhard Specht (von links) machen sich dafür stark, dass auf dem bisherigen Battenberger Hartplatz ein Kunstrasenplatz entsteht.

Battenberg - Alle sollen für ein großes Ziel an einem Strang ziehen: Der TSV Battenberg will einen Kunstrasenplatz bauen. Rund 370 000 Euro kostet dieser Traum - doch viele sollen von ihm profitieren.

Er ist uneben, von Unkraut, Gras und einigen Kippen durchsetzt und dringend sanierungsbedürftig – der Battenberger Hartplatz direkt neben der grasgrünen Spielfläche am Entenpark. Doch das Geld für eine Erneuerung wollen Stadt und TSV Battenberg nicht in die Hand nehmen. „Das hat keine Zukunft“, sagt TSV-Vorsitzender Burkhard Specht. Als zukunftsweisend haben die Verantwortlichen stattdessen künstlichen Rasen erkannt. Das Ziel: Innerhalb eines Jahres soll aus dem in die Jahre gekommenen roten Hartplatz ein grüner Kunstrasenplatz werden.

Das hätte für die Battenberger einigen Charme. So ist die Grasfläche, auf der der FCE spielt, zwar in gutem Schuss – aber nicht beleuchtet. Der Hartplatz hingegen hat eine Flutlichtanlage – die aber wie der Platz selbst selten genutzt wird. Spiele könnten also künftig auch in der Dämmerung in Battenberg stattfinden. Profitieren sollen jedoch nicht nur die vielleicht prominentesten Nutzer des künftigen Kunstrasenplatzes, sondern insbesondere der Nachwuchs. „Wir sind in Gesprächen mit den Schulen und anderen Vereinen“, verrät Specht.

Die nahe Grundschule und die Gesamtschule haben bereits ihr Interesse bekundet. Er eigne sich etwa für Trendsportarten, sei ideal zum Ausrichten der Bundesjugendspiele und die Gesamtschule könne endlich die bislang entfallende dritte Sportstunde in der Woche anbieten, schreiben die beiden Einrichtungen dem Verein. Auch weitere Clubs aus dem oberen Edertal hätten Interesse an einer Nutzung angemeldet – der Allendorfer Kunstrasenplatz sei nach Auskunft von Burkhard Specht nämlich ständig belegt, weil er so beliebt sei.

Etwa Hälfte selbst zahlen

Auf rund 370 000 Euro schätzt der Verein die Kosten. Kommen alle Förderanträge durch, müsste der Verein davon etwa die Hälfte selbst tragen. Die Stadt Battenberg als Eigentümer des Grundstücks hat im Haushalt 25000 Euro für das Projekt bereitgestellt. Begeisterung herrscht laut Specht auch im Kreissportamt über das Projekt und laut Siegfried Franke habe auch Wiesbaden die Möglichkeit einer Förderung in Aussicht gestellt.

Anträge sollen im Laufe der nächsten Wochen gestellt werden. Eine Umsetzung sei bei positiven Bescheiden bis zum Sommer 2015 realistisch, erklärt Specht. „Wir wollen dabei möglichst viel Eigenanteil einbringen“, sagt er: Insbesondere im Umfeld des Platzes könnten die Vereinsmitglieder aktiv werden. Denn nur mit dem Setzen des Kunstrasens sei die Arbeit nicht getan. Der Platz benötige eine neue Umrahmung, einige Bäume müssten im Herbst wohl weichen und auch die Böschung zwischen den unterschiedlich hoch gelegenen Plätzen soll zugänglich gemacht und somit deutlich attraktiver werden – insgesamt erhielte also das gesamte Stadion am Entenpark eine deutliche Aufwertung.

Viele Plätze besichtigt

Dafür kämpfen die Mitglieder um Specht und Siegfried Franke bereits seit einem Jahr. Damals fiel der Entschluss, aus dem weitgehend brachliegenden Hartplatz etwas zu machen. Ein Kunstrasenbauer war bereits zweimal zu Besuch – laut Specht sieht er gute Bedingungen für einen Bau. Dass dessen Qualität stimmt, davon haben sich die Sportler überzeugt: „Wir haben einige Plätze besucht“, berichtet Specht. Und auch die gastgebenden Platzwarte seien begeistert gewesen.

„Ich war anfangs skeptisch“, berichtet Bürgermeister Heinfried Horsel. Jetzt aber sei er „beeindruckt, mit welcher Energie und Gründlichkeit das angegangen wird“. Deshalb sei er zuversichtlich, dass das Projekt umgesetzt werden könne. An Willen und politischer Unterstützung mangelt es also nicht. Was die Förderbescheide jedoch einbringen, muss sich zeigen.

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