Ursprung zweier Figuren auf dem Hainaer Klostergelände ist unklar

Heiligenskulpturen vor dem Verfall gerettet

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Zwei Heiligenfiguren aus Sandstein an der Fassade des ehemaligen Bullenstalls auf dem Klostergelände werden von Eckehardt Schaper (links) restauriert. Entdeckt hat die Skulpturen vor zehn Jahren Wilhelm Helbig vom Verein „Freunde des Klosters Haina“. Hinten im Bild: Schapers Mitarbeiter Jürgen Wilhelm mit einer der beiden Figuren.

Haina (Kloster) - Unscheinbar sind sie, auf dem Mauerwerk des ehemaligen Bullenstalls zudem kaum zu sehen: Viele Jahrezehnte lang hingen die beiden Heiligenfiguren dort völlig unbeachtet. Ebenso unbemerkt rosteten die Eisendübel im Inneren der Figuren vor sich hin und schädigten das Gestein.

„Keiner weiß, woher die Figuren stammen“, sagt Restaurator Eckehardt Schaper. Ursprünglich müssten die beiden etwa 60 Zentimeter hohen Steinskulpturen einmal irgendwo im Inneren der Klostergebäude gestanden haben: „Darauf weisen die Farbreste und die fehlende Verwitterung hin“. Der untere Teil der beiden Heiligenfiguren besteht aus hellem Sandstein und wurde nach Angaben des Alsfelder Fachmanns im 13., vielleicht noch im 14. Jahrhundert angefertigt. Der obere, erneuerte Teil ist wesentlich jünger und aus rotem Sandstein gearbeitet.

Die Teilstücke wurden mit Eisendübeln verbunden und mit Eisenklammern an der Fassade befestigt - und genau das bereitet jetzt Probleme. Denn das rostende Eisen sorgt dafür, dass gravierende Sprengrisse die Skulpturen durchziehen und zerstören. Die linke Figur war bereits so sehr geschädigt, dass sie mit Gipsbinden vor dem Auseinanderbrechen bewahrt werden musste.

Um den Verfall aufzuhalten, nahmen Eckehard Schaper und sein Mitarbeiter Jürgen Wilhelm die beiden Figuren ab. In der Werkstatt von Schaper in Alsfeld werden die Skulpturen in den nächsten Wochen restauriert.

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