Hertha Klein präsentiert Senioren traditionelle Trachten

Heimatgeschichte mit Puppen

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Battenberg-Laisa - Hessische Bauerntrachten, ein Schwarzwaldpärchen und eine Spreewaldtracht sorgten weckten das Interesse der Mitglieder des Battenberger DRK-Seniorenclubs. Die Männer und Frauen besuchten die Trachtenpuppenausstellung von Hertha Klein in der Tagespflegeeinrichtung „Haus am Wald“.

Schon am Vormittag platzierte Hertha Klein ihre selbst gefertigten Puppen in den Räumen der Tagespflege Haus am Wald. Das Nähen von originalgetreuen Puppentrachten sowie das Ankleiden der Puppen ist ihre große Leidenschaft. Bereits 1995 hat sie ihre erste Puppentracht genäht. Die letzte ihrer bislang 22 Puppen kleidete sie im vergangenen Jahr als Rhön-Braut.

Regina Mattner und Brigitte Starck vom DRK-Seniorenclub Battenberg organisierten den Besuch. Sie und die Mitglieder folgten damit der Einladung von Seniorenclubleiterin Rosemarie Salamon aus Laisa. Im Haus am Wald empfing Pflegedienstleiterin Alena Gokova die Gruppe. Die Inhaberin des Hauses, Claudia Bauer, erzählte während des Kaffeetrinkens einige Besonderheiten über das Betreuungsangebot. Dazu sagte Regina Mattner: „Es ist eine große Bereicherung für das Obere Edertal, dass ältere Menschen die Möglichkeit haben, eine Tagespflegeeinrichtung zu besuchen.“

Anschließend stellte Hertha Klein ihre detailreich eingekleideten Puppen vor und klärte über die Besonderheiten der einzelnen Trachten auf: ob der Kirmesbursche mit seiner überwiegend schwarzen Tracht und der traditionellen Kopfbedeckung, die Schwälmer- und Rennertehäuser Tracht mit den gestrickten Strümpfen, den Unterröcken sowie der Blätterspitze auf dem Kragen der Rennertehäuser Tracht oder die Braut aus der Rhön mit weißen Strümpfen und Unterrock mit blauem Samtrock.

Hertha Klein erklärte, dass die katholische Tracht viel farbenfroher gestaltet sei als das evangelische Pendant. Auch bei Festlichkeiten sei die evangelische Tracht überwiegend in schwarz getragen worden. Sie stellte auch die traditionelle Braut des Oberen Edertals vor. Hertha Klein informierte die Tagesgäste und Besucher über die Trachtenfarben und als Indiz für das Alter. Bis zur Hochzeit waren die Trachten der Frauen im Oberen Edertal rot, danach grün. Nachdem das erste Kind der Frauen konfirmiert worden war, trugen sie als Zeichen des herannahenden Alters violette und blaue Trachten. Ab 60 Jahren – oder nach dem Tod eines Familienmitgliedes auch früher – waren die Trachten in Schwarz gehalten.

Dank der interessanten und witzigen Geschichten erfuhren die Senioren, dass Laisa der einzige Ort in Hessen war, in dem zwei Trachten getragen wurden – denn die Laisaer Männer waren „fortschrittlich“ und fanden die Frau fürs Leben auch außerhalb des eigenen Dorfes. Die Frauen aus den Nachbardörfern trugen dann ihre Trachten einfach weiter. Zudem erzählte Hertha Klein, dass ihre Mutter 1939 die letzte Laisaer Braut gewesen sei, die in modernisierter schwarzer Tracht des oberen Edertals und mit städtischem Schleier heiratete.

Claudia Bauer bedankte sich bei Hertha Klein und würdigte das Engagement aller Menschen, die die Tradition der Trachten aufleben lassen. Ihr Dank ging auch an Rosemarie Salamon, für ihre Initiative die Trachtenpuppenausstellung im Haus am Wald zusammen mit Hertha Klein zu organisieren. (r)

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