Chorwettbewerb in Hannoversch Münden

Heimische Chöre sammeln Prädikate

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Der Chor „Querbeet“ aus Rennertehausen sang am Wochenende beim Chorwettbewerb des Mitteldeutschen Sängerbundes mit und erhielt das Prädikat Konzertchor.Fotos: Jutta Muth

Frankenberger Land - Neun Chöre aus dem Frankenberger Land zeigten beim elften Chorwettbewerb des Mitteldeutschen Sängerbundes, wie rege, vielfältig und leistungsstark sie sind. Sie alle haben sich Prädikate ersungen, die von der Qualität der Chormusik in der Region zeugen.

Beim Chorwettbewerb in Hannoversch Münden stellten sich 17 Chöre des Mitteldeutschen Sängerbundes der Wertung der Jury. Allein aus dem Frankenberger Land waren neun Chöre im edlen Rittersaal des Welfenschlosses vertreten und zeigten ihre musikalischen Leistungen.

Die erste Hürde, den Titel Leistungschor, schafften der MGV Eintracht 1861 Dodenau unter der Leitung von Holger Born, sowie der Frauenchor des Vereins unter Marion Born, ebenso wie der MGV 1848 Rosenthal mit dem Dirigenten Uwe Gerike und der Frauenchor „Intermezzo“ Willersdorf. Für deren Dirigentin Andrea Ayora Escandell war die Teilnahme am Wettbewerb eine Premiere als Chorleiterin.

Horst Werner Bremer stieg sowohl mit „Glissando“ aus Altenlotheim, als auch mit „Querbeet“ aus Rennertehausen vom Leistungs- zum Konzertchor auf. In der erst zum zweiten Mal ausgetragenen Disziplin Pop- und Jazzchor errang Karl-Heinz Wenzel mit „T(h)erzsprung“ aus Birkenbringhausen die Auszeichung in Silber.

Die Liedertafel 1878 aus Goddelsheim, sowie der Frauenchor „Audite Musica“ aus Dodenau verteidigten ihre Meisterchortitel. Beide Chöre werden von Holger Born geleitet, der somit in Hannoversch Münden drei Chöre erfolgreich vorstellte.

Bei dem Wettbewerb der Chöre geht es nicht nur um eine Bewertung der Leistung. Denn bei den heimischen Chorkonzerten treffen sich oftmals die gleichen Sänger - während sich beim Wettbewerb des Sängerbundes viele Chöre mit anderen Stücken und eigenen Interpretationen treffen. So wirken die Treffen des Sängerbundes inspirierend für die Musiker und die heimischen Chorlandschaften.

Mehr als 300 Zuhörer lauschten dem Konzert der 17 Chöre und zeigten sich begeistert. Um die Konzentration nicht zu stören, klatschten sie allerdings nicht, sondern hoben ihre Hände über den Kopf und winkten lautlos.

Einen meisterlichen Hörgenuss boten etwa eine Hand voll Sänger vom Vokalensemble „On arpoS“ aus Wickerode. Meisterlich zeigten sich auch die Chöre aus dem Frankenberger Land: „Glissando“ gefiel mit glockenklaren Frauenstimmen, die Goddelsheimer Liedertafel mit ihrem raumfüllenden Bass. „Querbeet“ unterhielt mit dem Volkslied „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ in einem variablen und anspruchsvollen Chorsatz von Carsten Gerlitz.

Die äußerst diffizile „Heimkehr“ von Robert Fuchs meisterten die Sängerinnen von „Audite Musica“ mit Bravour. „T(h)erzsprung“ hatte ein aktuelles Pop-Stück mitgebracht. „Save tonight“, im Original von Eagle Eye Cherry gesungen, kam bei den Zuschauern sehr gut an. Die genaue Bewertung der einzelnen Chöre wird nicht veröffentlicht, sondern geht den Chorleitern mit einer ausführlichen Erklärung schriftlich zu.

Stefan Claas, der mit Jan Hoffmann und André Schmidtdie Jury bildete, gab den allgemeinen Eindruck, den die Chöre gemacht hatten, wider. Er sparte dabei nicht mit Verbesserungsvorschlägen.

Den Juroren gefielen die zu enge Aufstellung der Sänger auf der Bühne, sowie die ungeprüfte Tonangabe bei etlichen Auftritten nicht. Hatten die Sänger die angegebenen Töne nicht verinnerlicht, wackelte die Intonation zu Beginn des Stückes. Die meisten Chöre fingen sich schnell, doch einige erholten sich während des ganze Vortrages nicht mehr von dieser Nachlässigkeit. Laut Claas Ein leicht vermeidbarer Fehler des Chorleiters. Besonders betonte Claas, dass er den Chören anmerke, welcher Chorleiter auch Stimmbildung betreibe. Ein Kritikpunkt machte besonders betroffen: Den Juroren fehlte oft die Freude am Singen, die die Sänger eigentlich ausstrahlen sollten. Die Chöre feierten nach der Veranstaltung ihre erreichten Titel, bei einigen Sängern flossen die Tränen nach der großen Anspannung und intensiven Vorbereitung. In vier Jahren müssen sie sich der Jury erneut stellen, denn der Titel wird nur auf Zeit vergeben, die Prädikate müssen immer wieder verteidigt werden.

von Jutta Muth

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