Heimische Historiker sehen im HNA-Archiv Anreiz für Regionalforschung

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„Hessische Nachrichten“ von 1945: Die ersten Nachkriegsausgaben der in Kassel erscheinenden Vorgängerzeitung der HNA druckte in dieser Woche Karl-Hermann Völker im Frankenberger Stadtarchiv aus.

Frankenberg. Mit großem Interesse ist im Frankenberger Stadtarchiv die Möglichkeit aufgenommen worden, aus dem Archiv der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine (HNA) künftig alle Ausgaben der Vorgängerzeitungen seit 1945 und der Regionalausgaben digital und online abrufen zu können.

„Das ist für alle, die in der Regionalgeschichte forschen, eine wertvolle, nun komfortabel zugängliche Quelle“, sagte Stadtarchivar Dr. Horst Hecker.

Der Frankenberger Geschichtsverein, auch in seiner Eigenschaft als Träger des Archivs für die Stadt Frankenberg, hatte bereits 2007 in einem Brief an HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden vorgeschlagen, die im Kasseler Pressehaus vorhandenen PDF-Dateien für die einzelnen Regionalausgaben als DVD den Lesern, Archiven und Bibliotheken zur Verfügung stellen.

„Dabei war mir bereits bewusst, dass solche Datenträger nur begrenzt haltbar sind. Die jetzige Lösung ist natürlich noch viel besser, weil nun die HNA mit ihren technischen Möglichkeiten diese langfristige Datenspeicherung garantiert“, erklärte Karl-Hermann Völker, Vorsitzender des Frankenberger Zweigvereins für hessische Geschichte und Landeskunde.

In früheren Jahren habe der Geschichtsverein von der Universitätsbibliothek Marburg die Verfilmungen der historischen Frankenberger Lokalzeitungen bis zum Jahr 1945 mit eigenen Mitteln gekauft und den Nutzern über ein Reader-Printer-Gerät im Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. „Die Benutzung der Filme ist im Gegensatz zum Blättern in Sammelbänden aber zeitaufwändig und anstrengend“, berichtete Dr. Hecker. „Man konnte aber ausgewählte Zeitungsartikel direkt als Kopie ausdrucken.“

In Einzelfällen fertigte der Stadtarchivar Dr. Horst Hecker auf Wunsch von Bürgern auch Kopien von ganzen Zeitungsseiten an, jedoch war das wegen der großen Formate sehr aufwändig. „Unser weitergehender Wunsch wäre, dass neben der Stadtausgabe Kassel auch noch alle Regionalausgaben, darunter die Frankenberger Allgemeine, bis in die Nachkriegsjahre digitalisiert und damit als wertvolles Archivgut gesichert werden“, sagte der Stadtarchivar.

Begrüßt wurde im Frankenberger Stadtarchiv am Geismarer Tor auch, dass zeitgleich mit dem digitalisierten HNA-Archiv am 1. April die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) im Internet online gegangen ist. Rund 2000 Einrichtungen aus Kultur und Wissenschaft seien dort bisher verlinkt, 30 000 sollen es werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütter sieht darin neue Chancen, beim Zugang zum kulturellen Erbe „Schwellenängste zu nehmen“. (bf) www.meinehna.de,

www.deutsche-digitale-bibliothek.de

Quelle: HNA

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