Sozialkaufhaus für Enrsthausen im Aufbau

Helfer brauchen selbst viel Hilfe

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Sozialkaufhaus

Burgwald-Ernsthausen - Enttäuscht ist Ursula Steinmetzger: Die Vorsitzende des Vereins „Arche Wetter“ hat in Ernsthausen ein Sozialkaufhaus eröffnet, um Bedürftigen zu helfen. Doch niemand möchte ihr beim Helfen helfen. Dabei werden gerade starke Männer gesucht.

Es gibt viel zu tun im Ernsthäuser Sozialkaufhaus im alten Raiffeisenlager: Während im Keller schon fertig zusammengebaute Möbel und einiges an Hausrat zur Abholung bereit stehen, werkeln in der oberen Etage Herbert Berghöfer, André Steinmetzger und - soweit möglich - dessen Mutter Ursula. Sie ist die Vorsitzende des Vereins „Arche Wetter“, die das Kaufhaus neben weiteren in Münchhausen, Gemünden und Battenberg betreibt.

Doch in Ernsthausen trifft sie auf ungekannte Probleme: „Ich finde keine Freiwilligen, die uns beim Helfen helfen wollen“, bedauert Steinmetzger. Ihr Sohn und Berghöfer seien die einzigen, die regelmäßig an dem Um- und Ausbau des Sozialkaufhauses arbeiteten. „In Gemünden und in Battenberg läuft das super, aber hier...“, drückt sie ihr Unverständnis darüber aus, warum sich auf Anzeigen, Aushänge und direkten Kontakt niemand meldet.

Ziel: Bedürftigen helfen

Dabei geht es dem Verein nicht darum, Geld zu verdienen. Ziel ist, Bedürftigen zu helfen. Die können etwa eine komplette Schrankwand für nur 200 Euro erstehen, Kinderwagen ab 30 Euro, Betten, Geschirr, Lampen, Fernseher. „Und wir geben nur gut erhaltene Sachen ab“, erklärt die Vorsitzende.

In der oberen Etage des alten Raiffeisenlagers entsteht derzeit ein Kleiderladen. Gerade für Kinder möchte der Verein vieles anbieten. „Wir haben die größte Auswahl gebrauchter Kinderkleider im Altkreis“, behauptet Ursula Steinmetzger. An Spenden mangelt es den Ehrenamtlichen folglich nicht. Was fehlt, sind starke Hände. „Wir brauchen jemanden, der uns hier beim Umbau hilft“, sagt Herbert Berghöfer. Der Berufschullehrer kümmert sich derzeit um Elektroleitungen, Regale und mehr. Sobald André Steinmetzger seine Schicht bei Viessmann beendet hat, hilft er auch mit. „Aber das reicht nicht“, sagt Ursula Steinmetzger. Um wie geplant im Februar zu öffnen, sei für sie und ihre beiden Helfer noch zu viel zu tun. Und auch nach der Eröffnung würden starke Hände benötigt: „Wir brauchen jemanden, der auch mal einen Tisch oder einen Schrank in die Wohnung von einem bedürftigen Kunden schaffen kann“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Kunden keine Faulenzer

Doch auch weibliche Unterstützung wünscht sie sich. Den Grund fasst Herbert Berghöfer prägnant zusammen: „Ich kann einen Schrank aufbauen, aber ich kann nicht sagen, ob jemand eine Hose Größe 32/34 braucht oder ob die Kleidung zusammenpasst“. Jemanden, der wie in Gemünden oder Battenberg auch beim Beraten hilft, der auch mal ein offenes Ohr hat: „Viele der Kunden haben Sorgen, denn die allermeisten sind unverschuldet in diese Situation gerutscht“, erklärt Steinmetzger. Das sei ihr wichtig: „Viele sagen, sie wollen keinen Faulenzern helfen“, doch Faulenzer seien die wenigsten Kunden. „Und wenn, dann ist es auch gut, denn die Einnahmen sind für einen guten Zweck bestimmt“ - die Arche Wetter spendet regelmäßig an die Kinderkrebshilfe oder an Hospize.

Interessierte melden sich unter Telefon 0173/1649396 oder bei archeev@googlemail.com per E-Mail.

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