Partei wollte sich klar positionieren

Grüne gescheitert: Herkules darf nicht umziehen

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Im Dornröschenschlaf: Blick auf die ehemalige Molkerei an der Itzel. Herkules ist interessiert, Lebensmittel sind dort aber nicht zulässig.

Bad Wildungen. Die Grünen sind im Stadtparlament mit ihrem Versuch gescheitert, die Bad Wildunger Liste dahingehend zu überarbeiten, dass auf dem ehemaligen Molkereigrundstück auch Lebensmitteleinzelhandel zugelassen wird.

Nach einem Änderungsantrag der CDU sprach sich das Parlament allerdings einstimmig dafür aus, die Wildunger Liste zu modifizieren mit dem Ziel, im Gebiet östlich der Altstadt auch handwerksnahen Einzelhandel wie Bäcker und Metzger sowie Getränkemärkte zuzulassen.

Der Ökopartei ging es laut Fraktionschef Klaus Stützle darum, sich endlich zu positionieren. „Der Wunsch zur Änderung der Wildunger Liste kam von der CDU. Wir wollen mehr, indem wir die Baubrache Molkerei beseitigen“, sagte Stützle. Und dafür bleibe nach diversen Bemühungen nur noch die Umsiedelung von Herkules, die auch Gutachter Karutz als Möglichkeit erwähnt habe. Andere innenstadtrelevante Sortimente sollten nach Ansicht der Grünen aber an der Itzel auf fünf Prozent der nutzbaren Verkaufsfläche begrenzt bleiben.

Bernd Süring von der SPD warnte davor, alle gemeinsam zur Entwicklung der Innenstadt erarbeiteten Positionen aufzugeben. „So werden die Bürger hintergangen“, sagte er, stimmte aber einer Prüfung der Inhalte der Wildunger Liste zu.

„Wir wollen da unten an der Itzel keine Massierung von Lebensmitteln“, fügte später SPD-Fraktionschef Walter Mombrei an. Und was die Molkerei angeht, „das ist Sache des Eigentümers“.

Auch die CDU pochte darauf, dass sich die Wirtschaft auf die damaligen Entscheidungen verlassen muss. „Es geht um Planungssicherheit, was die Grünen wollen, ist überzogen, ein Radikalschwenk“, betonte Dr. Edgar Schmal (CDU). Allerdings sieht auch seine Fraktion die Notwendigkeit, die Wildunger Liste in einigen Punkten behutsam zu überarbeiten, und stellte einen entsprechenden Änderungsantrag.

Die FWG riet, die Fortschreibung der Wildunger Liste „mit viel Fantasie und guten Willen anzugehen“ (Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Schultheis). Der parteilose Abgeordnete Jürgen Graul bezeichnete die Wildunger Liste als Blockadepolitik. „Wir müssen versuchen, maßvoll neue Wege zu gehen.“ (sch)

Quelle: HNA

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