Donnerwetter

Auf die Herkunft kommt es an

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Sie sind da: Die Hundstage. Von der letzten Juli- bis zur dritten Augustdekade reicht die Zeit, in der es häufig Sonnenschein, Quellwolken und Hitzegewitter gibt. Hunde und Menschen gleichermaßen brauchen nun Schatten, genug Wasser und ein kühles Plätzchen.

Frankenberg - Wie unterschiedlich auch im Sommer die Luftmassen sein können, die unseren Wettercharakter bestimmen, konnten wir in den vergangenen Wochen eindrucksvoll erleben. Von feucht-kühl über trocken-warm bis hin zu schwül-heiß reichte dabei die Palette und damit sind durchaus noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Grundsätzlich kann man die Luftmassen, die für Mitteleuropa maßgeblich sind, in zwei Kategorien einteilen: kontinentale Luftmassen, die vom Festland kommen und relativ trocken sind, im Gegensatz dazu maritime Luftmassen, die über dem Meer Feuchtigkeit aufgenommen haben.

Je nach dem Breitengrad ihrer Bildung werden diese nun in der Meteorologie in einzelne Gruppen gegliedert: Arktisluft stammt direkt aus der Zone rund um den Nordpol, womit die Regionen nördlich des 70. Breitengrades beschrieben sind. Südlich schließt sich die subpolare Zone an, die im Sommer nur etwa bis auf die Breite von Schottland, im Winter aber bis an die mitteleuropäische Nordseeküste reicht.

Begrenzt wird sie nach Süden hin von der Luft der mittleren Breiten, daran schließt sich der subtropische Bereich an, der nördlich des 23. Breitengrads beginnt. Tropische Luftmassen schließlich entstehen in den Breiten direkt nördlich und südlich des Äquators, sie dringen nur sehr selten bis in unsere Region vor.

Damit allein sind schon zehn verschiedene Typen von Luftmassen benannt, durch weitere Feinabstufungen sind es tatsächlich 18 unterschiedliche Bezeichnungen, die bei der Einordnung der Wetterlage benutzt werden. Das hilft den Meteorologen, die Prozesse, die sich an den Grenzen unterschiedlicher Luftmassen - den sogenannten Fronten - abspielen, zu verstehen und sie richtig zu beschreiben.

Für den Alltag genügt es aber meistens, wenn wir uns nur die Hauptströmungsrichtung auf den Wetterkarten ansehen. Daraus ergeben sich im Sommer vier Witterungstypen: Was aus der Region zwischen West und Nord zu uns kommt, ist meistens feucht-kühl, zwischen Nord und Ost trocken-warm bis heiß, von Ost bis Süd heiß mit zunehmender Schwüle und schließlich von Süd bis West feucht-schwül mit abnehmender Hitze.

Der Juli bescherte über lange Zeit den Zustrom trocken-warmer Kontinentalluft aus Nordosten. Doch seitdem sich in dieser Woche in der Nähe der Britischen Inseln statt eines Hochs ein Tief eingenistet hat, ist die Strömung allmählich auf Süd gedreht, womit sich die bekannte schwül-heiße Mittelmeerluft in Deutschland ausgebreitet hat.

Sie sorgt nun für die Kombination aus Sonnenschein, Hitze, Quellwolkenentwicklung und kräftigen Gewittern; ein Witterungscharakter, wie er im Hochsommer auch in der hiesigen Region nicht selten auftritt und manchmal die „Hundstage“, die von der letzten Julidekade bis zum Beginn der dritten Augustdekade dauern, über lange Zeit prägt.

von Roland Schmidt

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