"775 Jahre Wangershausen"

Herrliche Ausblicke bei Tour genossen

+
Durch die ergrünende Wangershäuser Feldgemarkung führte am Samstag die Familienwanderung zum Dorfjubiläum.

Frankenberg-Wangershausen - Die Wangershäuser schätzen ihre Landschaft. Am Samstag wanderten sie durch die Feldgemarkung.

In Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung ihres Dorfes vor 775 Jahren war die Tour geplant worden. Ein Grenzbegang würde lange dauern, denn die Wangershäuser Gemarkung umfasst rund 2900 Hektar, so groß wie 4086 Fußballfelder. Sie reicht bis an den Dorfrand Rodenbachs, bis Somplar und Rengershausen. Mehr als 30 Kilometer Grenze führen durch riesige Waldgebiete rund um das Jubiläumsdorf. Deshalb wanderten die Wangershäuser lediglich durch die Feldgemarkung und genossen herrliche Ausblicke.

Ortsbeiratsmitglied Volkhard Wenzel hatte die gut sieben Kilometer lange Familientour vorbereitet. Rund 50 Teilnehmer marschierten hinunter ins Goldbachtal. Dort, wo vor gut 30 Jahren eine Wiederaufarbeitungsanlage für atomare Kernbrennstäbe geplant war, weiden heute Rinder der seltenen Rasse Rotes Höhenvieh. Werner Baumann vom Verein „Freunde des Goldbachtales“ stellte die Tiere und das Beweidungsprojekt gemeinsam mit dem NABU vor.

Die Strecke führte weiter zum „Weißen Stumpf“, wo außergewöhnlich helles Gestein sichtbar ist. Am „Steinbosen“ erläuterte Ortsvorsteher Martin Wirwahn die Geschichte der Wangershäuser Wasserleitung. „Das Wasser musste bis Mitte des vorigen Jahrhunderts mühsam aus Brunnen und den Quellen „Im Watzloch“ und „Reitzengrund“ beschafft werden. Die erste provisorische Wasserleitung wurde 1893 gebaut, war aber bereits 30 Jahre später schadhaft. Erst 1950 entstanden die heutige Wasserleitung und der Hochbehälter am Festplatz.

Da die sogenannte Schüttung der Quellen nicht ausreichte, waren neue Tiefenbohrungen und nach der Gebietsreform 1971 der Bau eines neuen Hochbehälters „Am Steinbosen“ erforderlich. Die Dörfer der „Breiten Struth“, Rengershausen, Hommershausen, Wangershausen und Rodenbach, werden seitdem von dort aus mit Trinkwasser versorgt.

Durch die Heide

Bei leichtem Regen erläuterte der Hommershäuser Wilfried Blanc nahe des Schmittenberges die Entstehung der Hommershäuser Heide durch Rodung in den 1920er und 30er Jahren. Lange Zeit wurde die Heide von der Herde des Hommershäuser Schäfers Jakob Mütze beweidet. Heute pflegt der Röddenauer Andreas Starklauf das ausgewiesene FFH-Gebiet mit seinen Rhönschafen.

Unter den Teilnehmern des Grenzbegangs war auch Heinz-Bernd Garthe, der Enkel des ehemaligen Wangershäuser Bürgermeisters. Er ist in Wangershausen aufgewachsen und wohnt seit 51 Jahren in Wächtersbach. Zum Dorfjubiläum war er in seine Heimat zurückgekehrt und traf noch viele Bekannte.

Julian Orth und Manuel Dersch ermöglichten mit Schlepper und Wagen auch den älteren Dorfbewohnern eine Teilnahme an der Wanderung durch die Feldgemarkung.

Alle Wangershäuser ließen sich im Dorfgemeinschaftshaus danach einen würzigen Erbseneintopf mit Wurst schmecken. Als Nachtisch gab‘s frische Waffeln mit heißen Kirschen.

Das Jubiläumsfest „775 Jahre Wangershausen“ findet am 1. und 2. Juni statt.

Frank Seumer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare