Hatzfeld

Herta Neurand seit 75 Jahren beim DRK

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- Hatzfeld (gl). Pflegerin im Lazarett, Seniorenclubleiterin, Gymnastiktrainerin, Helferin beim Blutspenden: Herta Neurand hat in 75 Jahren DRK-Mitgliedschaft vieles bewirkt.

Im Sommer wird Herta Neurand 91 Jahre alt. Die Hatzfelderin ist fit, beweglich, schafft ihren Haushalt noch immer nahezu vollständig selbst – nur zum Putzen kommt ab und an eine Hilfe vorbei. Das Geheimnis ihrer Gesundheit ist viel Bewegung – trotz eines Unfalls vor mehr als zwei Jahren, bei dem sie ein Auto anfuhr. Für Bewegung hat Neurand in Hatzfeld insgesamt 15 Jahre lang gesorgt: Von 1975 bis 1990 hat sie regelmäßig Gymnastik unterrichtet, auch in Reddighausen. Zudem hat sie lange Jahre den örtlichen DRK-Seniorenclub geleitet. Überhaupt: Sie war am Aufbau des DRK-Ortsvereins in Hatzfeld beteiligt, gemeinsam mit Felix Nawrotzki.

Der ehemalige DRK-Bereitschaftsführer überreichte seiner alten Freundin am Donnerstag einen Blumenstrauß für ihre inzwischen 75 Jahre andauernde Mitgliedschaft im Roten Kreuz. Im Jahr 1936 trat Neurand dem DRK bei, da war sie gerade 16 Jahre alt. Wenige Jahre später brach der Zweite Weltkrieg aus und die junge Schwesternhelferin wurde gebraucht: Erst war sie im Behelfslazarett in Frankenberg eingesetzt. Es folgten Lazarette in Erfurt, Gotha und zum Schluss in Marburg. Sie kümmerte sich um Kriegsverwundete. „Da habe ich viel gelernt“, sagt sie. Weil Personalmangel geherrscht habe, hätte sie Aufgaben übernehmen müssen, die heutige Krankenschwestern nicht machen dürften.

Abseits der vermissten Arbeit beim Deutschen Roten Kreuz sieht Herta Neurand kaum Grund zu klagen. Den Unfall vor zwei Jahren hat sie gut verkraftet, nimmt ihn als Anlass, aktiv zu sein. „Damals habe ich gedacht: Hoffentlich werde ich nicht behindert“, erinnert sie sich. Sie wolle niemandem zur Last fallen. „Lieber würde ich noch mal jemanden pflegen, als selbst gepflegt zu werden“, sagt sie, nicht ohne einen gewissen Stolz. Wer erst einmal zur Ruhe kommt, der bekomme rasch Probleme, da ist sie sich sicher.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 15. April

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