„Kein zusätzlicher ökologischer Nutzen“ 

Hessen-Forst kritisiert Schutzsiegel für Wald - Debatte auch in Waldeck-Frankenberg

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Waldeckische Schweiz: Die Stadt Lichtenfels ist eine der größten Kommunalwald-Besitzerinnen in Hessen und setzt nach wie vor auf die Waldbewirtschaftung nach dem PEFC-System. 

Waldeck-Frankenberg. Das FSC-Siegel soll für mehr Naturschutz und Artenvielfalt in Wäldern sorgen. Eine kritische Stellungnahme des Landesbetriebs Hessen-Forst zur Zertifizierung des Hessenwaldes hat jedoch für viel Aufregung hinter den Kulissen gesorgt.

Und die Privatwald- und Kommunalwaldbesitzer in Waldeck-Frankenberg in ihrer Position bestärkt.

Die interne Stellungnahme des Landesbetriebs Hessen-Forst zur FSC-Zertifizierung der hessischen Forstreviere liegt Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bereits seit einem Jahr vor und ist in Auszügen durch eine Mitteilung des Naturschutzbundes nun öffentlich geworden. In der Stellungnahme setzt sich der Landesbetrieb kritisch mit dem FSC-Siegel auseinander. Es gebe durch FSC keinen zusätzlichen ökologischen Nutzen, aber höhere Kosten, mehr Bürokratie und geringere Einnahmen – etwa durch geringere Nadelholzanteile. Außerdem bringe FSC keine besseren Marktchancen, aber den Verlust von Arbeitsplätzen in der Wald- und Holzbranche.

Kritiker und politische Widersacher werfen der Ministerin vor, das Schriftstück nicht öffentlich gemacht zu haben, weil es ihr nicht zupasskäme, und daraufhin ein weiteres, externes Gutachten in Auftrag gegeben zu haben. Das verneint Mischa Brüssel de Laskay, Sprecher des Umweltministeriums: „Die Stellungnahme von Hessen-Forst fließt in das Gutachten zur FSC-Zertifizierung ein, das das Umweltministerium erstellen lässt“.

Heimische Waldbesitzer sehen sich allerdings durch diesen Vorfall darin bestärkt, der FSC-Zertifizierung nicht zu folgen. Der Kreistag von Waldeck-Frankenberg hatte nach eingehender Prüfung im Februar 2017 beschlossen, den Domanialwald und Kreiswald Viermünden weiterhin nach PEFC zertifizieren zu lassen. Das FSC-Zertifikat wäre teurer für den Landkreis, hieß es in der Begründung.

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Quelle: HNA

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