Kapazität wird an gesunkene Zahl neuer Flüchtlinge angepasst

Hessen reduziert Orte für Erstaufnahme: Arolsen bleibt für Notfall

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Die für sechs Millionen Euro in der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne Mengeringhausen errichtete Unterkunftwird seit 2016 als passiver Standort vorgehalten.

Waldeck-Frankenberg. Das Land Hessen hat sein Standortkonzept für die Erstaufnahme von Flüchtlingen an die reduzierte Zahl der Neuankömmlinge angepasst.

Der noch aktive Standort Calden (Landkreis Kassel) wird in eine passive Liegenschaft umgewandelt, bleibt also bei Bedarf nutzbar. Dort leben derzeit noch 185 Flüchtlinge. Die beiden passiven Einrichtungen in Friedberg (Ray Barracks) und Stadtallendorf (Hessenkaserne) werden vollständig aufgegeben. 

Die Prinz-Eugen-Kaserne in Arolsen-Mengeringhausen bleibt nach dem neuen Konzept wie bisher ein passiver Standort. Damit verfügt Hessen über acht aktive und drei passive Einrichtungen, „die nach einer Vorwarnzeit aktivierbar sind“, teilte das Sozialministerium mit.

In der Hochphase des Flüchtlingszustroms vor zwei Jahren gab es allein in Waldeck-Frankenberg drei Erstaufnahmeeinrichtungen: in Gemünden, Korbach und Mengeringhausen. Von dort wurden die Flüchtlinge nach der Registrierung auf andere Einrichtungen und auf Wohnungen verteilt. Auf dem ehemaligen Kasernengelände in Mengeringhausen war 2016 mit dem Bau von Wohnblocks mit 528 Plätzen begonnen worden, die aber nie von Flüchtlingen bezogen wurden. Kosten: gut 6 Millionen Euro. Von Oktober 2015 bis März 2016 wurden in Mengeringhausen die Stadthalle und die Kreis-Sporthalle für die vorläufige Unterbringung von mehr als 250 Flüchtlingen genutzt.

Seit Monaten liegen die Zugangszahlen in Hessen auf niedrigem Niveau, sagt Sozialminister Stefan Grüttner: Seit Januar 2017 gebe es im Durchschnitt pro Monat einen Zugang von rund 1000 Asylsuchenden, sodass von Januar bis Oktober rund 10 000 Personen nach Hessen kamen – im Jahr 2016 seien es 25 000 gewesen. Grüttner gab aber zu bedenken, dass die internationale Situation nach wie vor hoch brisant sei: „Deshalb müssen wir ausreichend Kapazitäten im Bereich der Erstaufnahme vorhalten.“ 

Quelle: HNA

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