Land Hessen schreibt keinen bestimmten Taschenrechner vor

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Mehr als nur ein Taschenrechner: Der Stufe 12-Mathematikkurs an der Edertalschule in Frankenberg nutzt das "Computer Algebra System" (CAS). Hier in den Händen von Schülerin Ronja Lesiw

Waldeck-Frankenberg. Ab August 2014 müssen Oberstufenschüler an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen grafikfähige Taschenrechner (GTR) im Matheunterricht nutzen,   ab 2017 ist er Pflicht im Zentralabitur. Bei Preisen von rund 100 Euro je Gerät regt sich Widerstand in der Elternschaft.

Neben den Eltern stellen auch zahlreiche Mathematiklehrer den Sinn eines solchen Rechners infrage. Die HNA fragte sowohl beim hessischen Kultusministerium, als auch im Landkreis nach, ob der teure Taschenrechner auch hierzulande angeschafft werden muss. "In Hessen gibt es keine Liste für konkrete Taschenrechner", sagt Christian Henkes, Pressesprecher des Kultusministeriums Hessen. In den Erlassen für das Landesabitur 2014 und 2015 steht, dass ein wissenschaftlich-technischer (TR), ein grafikfähiger Taschenrechner oder ein Computer Algebra System (CAS) verwendet werden darf. Heißt: Die Schulen dürfen selbst entscheiden, mit welchen Taschenrechner ihre Schüler arbeiten sollen.

"Wir arbeiten nicht mit graphikfähigen Taschenrechnern", sagt Uwe Neumann, stellvertretender Schulleiter und Mathematiklehrer an der Edertalschule in Frankenberg. An seiner Schule gäbe es Mathematik-Kurse mit CAS-Rechnern. Hierfür seien "drei Klassensätze für fünf bis sechs Jahre" angeschafft worden. Die Kosten rund 150 Euro pro Gerät trug der Förderverein. "Grundsätzlich ist der wissenschaftliche Taschenrechner bei uns der Standard, sie kosten rund 20 Euro", erklärt Neumann.

Ähnlich ist es an der Alten Landesschule in Korbach. Mathematiklehrer Stephan Blazy: "Wir verwenden nur wissenschaftliche Taschenrechner." Über Sammelbestellungen innerhalb der Klassen spare man sogar noch zwei bis drei Euro je Schüler. "Die Wahl des Taschenrechners bestimmt die Abituraufgaben", erklärt Blazy weiter. Somit fielen an seiner Schule die Klausurformen mit CAS und graphikfähigem Taschenrechner weg.

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Quelle: HNA

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