Hessisches Landestheater Marburg bezauberte mit Michael Endes „Momo“

Nicht mehr allein: Die kleine Momo (Marlene Hoffmann) fand in Beppo Straßenkehrer (Gerard Skrzypiec) und Gigi Fremdenführer (Artur Molin) auf der Bühne der Ederberglandhalle gute Freunde.Foto: Völker

Frankenberg. Uhren ticken, riesige Zeiger kreisen, Menschen hasten und schuften. Da macht Momo eine unheimliche Entdeckung: Überall in der Stadt sind Graue Herren mit Zigarren unterwegs, die den Menschen ihre Zeit stehlen. Ihnen will die kleine Momo das Handwerk legen - so die spannende Geschichte von Michael Ende, die das Hessische Landestheater Marburg in dieser Woche auf Einladung des Kulturrings Frankenberg in der Ederberglandhalle als vorweihnachtliches Kindertheater bot.

Mehr als 500 Mädchen und Jungen aus Grund- und Förderschulen des Frankenberger Landes fieberten bei zwei Vorstellungen mit der kleinen Heldin und ihrer leuchtenden Schildkröte Kassiopeia, die sie zu dem geheimnisvollen Meister Hora führte. Die Kinder ließen sich bezaubern durch ein fantasievolles Bühnenbild, viele Szenen von poetischer Kraft und agile Ensemblemitglieder, die wahre Alleskönner sein mussten: Schauspieler, Sänger, Rapper, Tänzer und Pantomimen.

Die Regie (Annette Müller, Oda Zuschneid) sorgte für eine Inszenierung, die den schwierigen Romanstoff von Michael Ende und mit seinen hoch abstrakten Zahlenmengen in den Verständnishorizont von Grundschulkindern rückte, den Begriff Zeit auf vielfältige Weise sichtbar machte. Gesang, Tanz, Videoprojektionen und Erzähltexte schufen ihre eigene „Zeit“, hielten Handlung an, stellten Zusammenhänge her. Gern hätten die Kinder noch mehr Möglichkeiten gehabt, selbst ins Spielgeschehen einzugreifen, als Momo von den Grauen Herren verfolgt wurde („Hinter dir!“). Immerhin wurde auch der Zuschauerraum kurz zur Spielfläche.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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