Wiesenfeld

Hilfestellung für die „Praktiker“ am Weg

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Handbuch zu Wanderweg

- Burgwald-Wiesenfeld (apa). Wie können Gasthäuser zur „Hugenotten- und Waldenser-Herberge“ werden? Welche Tipps gibt es für Museums- und Wanderführer? Welche Voraussetzungen müssen „Erlebnisräume“ erfüllen? Diese Fragen beantwortet ein neues Handbuch.

Die Entwicklung und Vermarktung des Kulturfernwanderwegs „Hugenotten- und Waldenserpfad“ schreitet voran. Um von den Startpunkten in Italien und Frankreich durch die Schweiz bis nach Deutschland (siehe Hintergrund) dieselben Qualitätsansprüche gelten zu lassen, hat der deutsche Trägerverein „Hugenotten- und Waldenserpfad“ in Zusammenarbeit mit Regional- und Geschichtsverbänden eine Qualitäts­charta verfasst und die Anforderungen in einem Handbuch niedergeschrieben, das auch in den vier Partnerländern als Vorbild dienen soll. Auftraggeber war die Gemeinde Burgwald. „Von der Qualität her ist dieser Weg für mich vergleichbar mit der Märchenstraße“, sagte Bürgermeister Lothar Koch bei der Vorstellung des Handbuchs in Wiesenfeld. „Wir stellen hohe Erwartungen in daran, auch wenn es jetzt noch in den Kinderschuhen steckt.“ Die Ergebnisse des Qualitätshandbuchs hat der Trägerverein in drei Prospekten zusammengefasst. Darin sind ausführliche Erläuterungen und Hilfestellungen für die „Praktiker“ am Weg zu finden. In den Flyern geht es um drei Schwerpunkte: - Erlebnisräume: Wegabschnit­te, die ein kulturhistorisch bedeutsames Erbe und starkes Angebotspotenzial besitzen, können und sollen zu Erlebnisräumen gestaltet werden. Diese müssen in zwei bis drei Tagen zu durchwandern sein und verschiedene Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel eine touristisch bedeutsame Attraktion und zehn weitere „Attraktionspunkte“ oder Sehenswürdigkeiten, je eine Unterkunft und ein Gasthaus mit dem „Hugenotten- und Waldenser“-Prädikat sowie regelmäßige Veranstaltungen und Führungen vor­weisen. - Das Kulturerbe lebendig machen: Die Akteure vor Ort sollen nicht nur Museumsführungen anbieten, sondern die Möglichkeit bieten, die Hugenottengeschichte durch authentische Zeugen und Inszenierungen zu entdecken. Der Trägerverein nennt als Beispiele spezielle Kleidungsstücke, die südfranzösisches Flair geben könnten, Schauspiele statt Vorträge, kurze und lebendige Informationen oder touristische Pauschalangebote. Außerdem nennt der Trägerverein Möglichkeiten wie Hugenottenabende, Märkte, einen „Tag der Toleranz“, die Pflege hugenottischer Traditionen, Gärten und Ideen für Souvenirs und Geschenke wie Wander­stäbe, Glacehandschuhe oder gewirkte Strümpfe. - Das Prädikat: Als Zusätzliches Label für Qualitätsgastgeber „Wanderbares Deutschland“ sind die Prädikate „Hugenotten- und Waldenser-Gaststätte und -Herberge“ möglich. Wer dieses Label nutzen möchte, kann sich dafür leicht qualifizieren, etwa durch einen Raum mit einem französischen Bett, Bilder bedeutender Persönlichkeiten der örtlichen Hugenotten- oder Waldenser-Geschichte oder kleine Gastgeschenke wie Lavendelduftsäckchen auf dem Bett oder Lavendelseife im Bad. Außerdem wird eine typische französische warme Speise empfohlen sowie mindestens ein Wein aus den Herkunftsgebieten. Die Flyer sind für alle „Praktiker“ am Weg gedacht, erläuterte Dr. Renate Buchenauer, die Koordinatorin des deutschen Trägervereins, also alle Vereine, Gastronomen, Kommunen und Regionalverbände. Die Flyer und das Handbuch sind erhältlich unter www.hugenotten-waldenserpfad.eu im Internet.

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