Gemünden

Himalaya: Landschaft beeindruckt, Armut erschreckt

- Gemünden (ug). Über einen vollen Saal freuten sich die Mitglieder des Vereins „Himalaya –Initiative für Bildung“ am Freitagabend in Gemünden. Im „Alten Bahnhof“ gab es eine Fotoreise durch Nepal und viele kulinarische Köstlichkeiten vom Dach der Welt.

Alle 60 Plätze im ehemaligen Güterschuppen des Alten Bahnhofs waren besetzt und die Gäste genossen die Fotoreise durch Nepal und das anschließende Himalaya-Buffet mit allen Sinnen. Sybille Courtin brachte es gleich zu Beginn der Diashow auf den Punkt: „Kein ÖL, dafür Berge. Die Berge sind das Öl Nepals.“ Den vielen Sechs-, Sieben und Achttausendern verdankt das Land seine wichtigste Einnahmequelle – den Tourismus. Die Lehrerin an der Alten Landesschule in Korbach war vor einigen Jahren in den Sommerferien zum ersten Mal nach Nepal gereist. Das Land und die Menschen faszinierten sie sofort, obwohl gerade Regenzeit war. Weitere Besuche folgten. –„Die Armut der Menschen erschreckten mich und ich dachte, ich muss was tun“. Durch Gespräche im Freundeskreis entstand die Idee, die „Himalaya-Initiative für Bildung“ zu gründen. Sybille Courtin zeigte neben beeindruckenden Landschaftsaufnahmen auch Bilder der Shree Arun Jyoti School, die der Verein derzeit mit Spenden unterstützt. An der Schule werden etwa 80 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren unterrichtet. Drei Lehrer werden vom Staat bezahlt, für zwei weitere muss die Gemeinde die Lohnkosten aufbringen. Einige Kinder nehmen morgens Fußmärsche von bis zu eineinhalb Stunden auf sich, um zur Schule zu gelangen. Die Bilder der Kinder, von denen viele kein Geld für die vorgeschriebene Schuluniform haben, und der Zustand der Gebäude machten deutlich, wie dringend Hilfe benötigt wird. Der Verein bietet deshalb einen Kalender mit Bildern von nepalesischen Kindern zum Verkauf an. Von den 13 Euro Verkaufspreis gehen neuen Euro direkt an die Schule. Der Kalender ist in der Buchhandlung Jakobi, im Modehaus Heinze, in der Apotheke am Obermarkt in Frankenberg und in der Schwan-Apotheke in Sachsenberg erhältlich. Aber nicht nur die Bilder der Schule, sondern auch Aufnahmen aus der Hauptstadt Kathmandu und von Dörfern auf dem Land zeigten die Armut in Nepal. „Die schlimmsten Behausungen habe ich gar nicht fotographiert“, sagte die Lichtenfelserin. Trotzdem sei sie immer wieder von der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen überrascht gewesen. Da die Kinder bereits in der Grundschule Englisch lernen, sei eine gute Kommunikation möglich gewesen. Die Gäste im Alten Bahnhof bedankten sich bei Sybille Courtin für den eindrucksvollen Vortrag mit viel Beifall und genossen dann die nepalesisch-indischen Gerichte, die Klaus Obermann und Prema Kästner mit ihrem Küchenteam vorbereitet hatten: knusprige „Papadams“, „Raita“ mit Gurken, das Krabbenbrot „Kropat“, verschiedene indische Currys als Variationen in scharfer Sauce mit Hähnchen, Fisch, Rotebeete, Kürbis und Bambussprossen. Als Beilage gab es Reis, gebratene Nudeln mit Spinat, gelbe Erbsen, Kokoskraut, Tomatensalat mit Koskosmilch und einen Möhrensalat mit gerösteten Mandeln. Schon der Duft der exotischen Gewürze ließ allen das Wasser im Mund zusammen laufen. Alles wurde probiert und als es zum Nachtisch noch frische Früchte gab, kannte das Lob an die Küche keine Grenzen. Wer die Initiative unterstützen will, kann dies mit einer Spende auf das Konto 5789490 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg (BLZ 52350005) mit dem Stichwort „Spende-Schule-Nepal“ tun.

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