Erzieherinnen und Eltern üben scharfe Kritik

Hitzige Debatte um neues Kita-Gesetz

Frankenberg. In Frankenberg mehren sich die Stimmen gegen das geplante Hessische Kinderförderungsgesetz (Kifög). Mit dem Entwurf will die Landesregierung Mindeststandards für die Betreuung in Kitas festlegen. Gewerkschaften, Erzieherinnen und Eltern üben scharfe Kritik.

Ihnen geht es vor allem um zwei Punkte. Kifög ermöglicht zum einen größere Gruppen mit bis zu 25 Kindern. Die maximale Förderung erhalten die Kitas nur noch dann, wenn die Gruppe voll besetzt ist.Der zweite Kritikpunkt ist, dass nach dem Kifög 20 Prozent der vorgeschriebenen Betreuungszeiten durch ausgebildete Fachkräfte künftig von Nicht-Fachkräften abgedeckt werden dürfen. Dabei muss die Nicht-Fachkraft über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen und sich bereit erklären, sich pädagogisch weiterzubilden. Wer für die Kinderbetreuung geeignet ist, lässt der Gesetzesentwurf offen. Die Entscheidungen für das Personal liegen bei den jeweiligen Trägern.

Auch die Oppositionsparteien im Hessischen Landtag finden keine guten Worte für das geplante Gesetz. Jürgen Frömmrich (B90/Grüne) forderte in einer Diskussionsveranstaltung am Montagabend, dass dieses Vorhaben „eingestampft wird“ und vor einem neuen Gesetzesentwurf „jene angehört werden, die etwas von dem Thema verstehen“.

Reinhard Kahl (SPD) sieht in dem Entwurf vor allem eine Verschlechterung der Betreuungszeiten im ländlichen Raum. Da die Kitas nur noch dann die volle Förderung erhalten, wenn sie die Gruppen mit 25 Kindern besetzen, seien die Kitas gezwungen, kürzere Öffnungszeiten anzubieten, da es im ländlichen Raum heute schwer sei, die Gruppen auszufüllen.

Claudia Ravensburg (CDU) verteidigte hingegen den Entwurf. Das Gesetz lege nur Mindeststandards fest. Die Kitas könnten aber darüber hinaus längere Öffnungszeiten anbieten.

Von Daniel Göbel

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Quelle: HNA

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