HNA-Volontär Alexander Koch wagte den Selbstversuch im Poetry Slam

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Ein Herz und eine Seele: Auch wenn es sich beim Poetry Slam um einen Wettbewerb handelt, steht der Spaß im Vordergrund. Hier im Bild sind alle Slammer des Abends zu sehen, darunter HNA-Volontär Alexander Koch (hinten, vierter von links).

Frankenberg. HNA-Volontär Alexander Koch wagte den Selbstversuch im Poetry Slam in Frankenberg. Ein Erfahrungsbericht.

Erwartungsvolle Gesichter schauen mich an. Ihre Blicke drücken Neugier und Interesse aus. Sie stellen offenkundig die Frage: „Was hat der Neue wohl drauf?“

Der Neue, das bin ich. Bei der Poetry-Slam-Veranstaltung in Frankenberg stelle ich mich der Herausforderung, auf der Bühne den Alleinunterhalter zu machen. Als wollte mich das Schicksal noch verhöhnen, ergab das Losverfahren, dass ausgerechnet ich als Erster von 13 „Slammern“ den Auftakt machen muss. Laut anderen Teilnehmern ist das der unbeliebteste Startplatz, da das Publikum erst noch „warm“ werden muss.

Doppelt unsicher gehe ich also zur Bühne. Streng genommen ist es keine richtige Bühne, sondern eine freigeräumte Ecke samt Mikrofon im Veranstaltungskeller des Frankenberger „Struwwelpeters“. Für mich fühlt es sich aber an, als wäre ich der Fixpunkt von tausenden erwartungsfrohen Blicken.

HNA-Volontär Alexander Koch wagte den Selbstversuch im Poetry Slam.

Tatsächlich sind es aber nur etwa 40 oder 50 Zuschauer, oder soll ich Zuhörer sagen? Nervosität, eben im Sitzen noch unterschwellig, breitet sich aus, in meinem Bauch kribbelt es. „Bleib ruhig, zieh dein Ding durch“, denk ich mir. Ironischerweise möchte ich einen Text vortragen, der von der Unsicherheit eines Mannes handelt und der aus der Ich-Perspektive erzählt. Das „Ich“ traut sich nicht, in einer Bar die ihm unbekannte und attraktive Sitznachbarin anzusprechen. Das echte „Ich“ auf der Bühne holt tief Luft, krallt sich das Mikrofon und wünscht einen „guten Abend“. „Hallo“ schallt es mir aus dem Publikum zurück – es ist also eine kommunikative Veranstaltung, stelle ich fest. Das passt zu meinem Beitrag.

„Also ich feiere hier und heute meine Premiere, nicht nur mit meinem Text, sondern auch mit meinem allerersten Auftritt“, kündige ich an. „Seid also nachsichtig“, bitte ich mein Publikum und steige direkt in meinen Text ein.

In meiner Geschichte steht also das lyrische „Ich“ an einer Bar in der Disko, entdeckt eine schöne Frau neben ihm und möchte sie kennenlernen – ihm fehlen aber die Worte. „Ich möchte sie ja gerne ansprechen, aber auch nicht das 0815-Gequatsche vom Stapel lassen: na, du auch hier? oder: das Wetter war toll heute.“ Ich drücke die Anreden betont langweilig aus, da habe ich schon die ersten Lacher auf meiner Seite. Mit zusätzlichem Schwung nehme ich den Text weiter in Angriff, interagiere mit meinen Zuhörern und baue ihre Reaktionen in meinen Auftritt ein.

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Quelle: HNA

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