Reportage: "Wir sind mittendrin"

HNA-Volontär Marc Hörcher versuchte sich am Webstuhl im Laisaer Heimatmuseum

Laisa. Im Heimatverein in Laisa wird die jahrhundertealte Tradition des Webens pflegt. Der Verein hat drei Webstühle, darunter auch ein mobiler, der bei Festen zum Einsatz kommt. HNA-Volontär Marc Hörcher hat sich an den Webstuhl gesetzt und ausprobiert, wie das Herstellen von Stoff funktioniert.

Gewebt haben früher übrigens vor allem die Männer. Die Frauen waren fürs Spinnen zuständig, denn dafür muss man feinfühliger sein.

Da sitze ich nun, auf einem über 100 Jahre alten, hölzernen Gestell. Ich trage eine blaue Arbeitsschürze. In den nächsten zweieinhalb Stunden werde ich lernen, wie man das perfekte Muster in einen Stoff für Trachtenröcke webt. Ich bin gespannt, aber auch skeptisch, ob das gelingen wird – denn meine handwerkliche Vorerfahrung ist gleich Null.

Vor mir sind 1800 schwarze Fäden aufgespannt. Sie werden Kettfäden genannt und bilden das Grundgerüst für den Stoff, den ich weben soll. „Sie können sofort loslegen“, sagt Klaus-Dieter Arnold von der Webgruppe des Laisaer Heimatvereins.

Auf seine Anweisung hin trete ich mit dem rechten Fuß auf das hölzerne Pedal. Dadurch öffnet sich im Webstuhl das Fach mit den Kettfäden. Nun nehme ich ein längliches, hölzernes Teil zur Hand – das Schiffchen. In der Mitte des Schiffchens ist eine Spindel mit weißem Faden angebracht. Der weiße Faden heißt Schussfaden – und dementsprechend muss ich das Schiffchen mit der Hand durch die Öffnung zwischen den Kettfäden schießen.

Mit der anderen Hand fange ich das Schiffchen. Das Durchschießen erfordert etwas Fingerspitzengefühl: Nehme ich zu wenig Schwung, bleibt das Schiffchen in der Mitte der Öffnung stehen. Nehme ich zu viel Schwung, fällt es an der Seite raus.

Von Marc Hörcher

Wie der Selbstversuch weiterging, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Klaus-Dieter Arnold/nh

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