Hatzfeld

Ein Höhepunkt protestantischer Musik

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- Hatzfeld (r). Als Schwanengesang bezeichnet man das letzte Werk eines Musikers oder eines Dichters. Im Alter von über 80 Jahren vertonte der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz den 119. Psalm, mit 176 Versen der längste der Bibel.

Der letzte Werkzyklus von Heinrich Schütz aus seinem Sterbejahr 1672 heißt Schwanengesang (SWV 482-494), ein typisches Alterswerk. Der gewaltige Zyklus – aufgeteilt in elf Motetten – ist durchweg doppelchörig angelegt und stellt mit seiner Vielfarbigkeit zugleich künstlerischen Höhepunkt und musikalisches Testament des in seiner Zeit einflussreichen Künstlers dar.

Zu Beginn des Konzertes ließ Tobias Irmscher die historische Rindt-Orgel mit einer Canzona von Antonio Bartelli zur Geltung kommen, Posaunist Norbert Hardegen kam als Kalkant zum Einsatz. Anschließend begeisterte das Ensemble die über 70 anwesenden Zuhörer mit der Vertonung des 119. Psalms von Heinrich Schütz. Der vor einiger Zeit renovierte Innenraum der romanischen Emmauskapelle bot den passenden und würdevollen Rahmen für das anspruchsvolle Konzert. Den Vokalisten und Instrumentalisten des Ensembles gelang unter Leitung von Tobias Irmscher am Orgelpositiv eine homogene und spannungsreiche Interpretation des doppelchörig angelegten letzten Werks von Heinrich Schütz. Ausdrucksstark präsentierten sich die Sänger Miriam Jerabeck-Möller, Dorith Neumeyer, Kristina Fries, Sina Göbel, Christiane Stöhr, Anja Pommerien, Marc Müllenhoff, Nicolo Sokoli, Hartmut Raatz und Sebastian Weigert.

Das auf Alte Musik und historische Aufführungspraxis spezialisierte Instrumentalensemble spielte in der Besetzung Hanns Pommerien (Violine), Sabine Urbach (Viola da Gamba), Sabine Miehe (Viola da Gamba), Rudolf Rienau (Viola da Gamba), Gabriele Schauermann (Blockflöte), Hans-Henning Schulze (Blockflöte), Marie-Luise Rübsam (Blockflöte), Margrit Walter (Dulcian), Andreas Peters (Zink), Tobias Jung (Altposaune), Jochen Specht (Tenorposaune), Norbert Hardegen (Baßposaune), Lennart Spies (Viola da Gamba) und Sigrun Richter (Laute). Die Zuhörer dankten mit herzlichem Applaus für die gelungene, facettenreiche Interpretation des Werks von Heinrich Schütz, das als eines der Höhepunkte protestantischer Kirchenmusik gilt.

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