Was man mit den von Hoeneß hinterzogenen Steuern machen könnte ...

1 Mal das Frankenberger Tor: Von der offenen Steuer-Schuld des Bayern-Managers ließe sich ein Einkaufszentrum wie in Frankenberg locker finanzieren.

Waldeck-Frankenberg. Bei dieser Zahl wird sogar so mancher Lottogewinnern neidisch: 27 200 000 Euro lautet die Steuerschuld von Uli Hoeneß. Zumindest wurde diese Summe am Mittwoch auch von seinen Verteidigern vor dem Landgericht München akzeptiert. Wir haben diesen Betrag als Grundlage genommen und nachgeschaut: Was könnte man im Landkreis mit so viel Geld machen?

Nun, man könnte ...

• ... eineinhalb Mal die Bahnstrecke Korbach-Frankenberg reaktivieren. Rund 18 Millionen Euro sind an Gesamtkosten des Projekts vorgesehen. So lautet zumindest die zuletzt im Kreistag genannte Zahl. Und noch eine Rechnung: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg selbst könnte seinen Kostenanteil von 3,3 Mio. Euro gleich acht Mal von den Hoeneß-Millionen finanzieren.

• ... zweieinhalb Mal das Korbacher Hallenbad bauen: Rund zehn Millionen Euro hat das Projekt bislang an Baukosten verschlungen. Das Projekt könnte man mit den Hoeneß-Millionen also locker finanzieren. Und hätte dann noch reichlich Spielraum für mögliche Folgekosten. Denn das Ende der Fahnenstange ist beim Hallenbad angesichts von Bauschäden, Dauerschließung und Gutachterstreit ja wohl noch nicht erreicht.

• ... ein Dutzend Mal das Defizit im aktuellen Kreishaushalt ausgleichen. Die Lücke von 2,25 Mio. Euro zwischen laufenden Einnahmen und Ausgaben wäre damit geschlossen. Vor einigen Jahren, 2011, war das Defizit allerdings mit 30 Mio. Euro noch so groß, dass man es selbst mit Uli Hoeneß’ Steuer-Schulden nicht hätte ausgleichen können. Und: Neben den Schulden und Kassenkrediten des Kreises, die insgesamt die 200-Mio.-Euro-Grenze durchbrochen haben, wirkt selbst der Betrag, den Hoeneß hinterzogen haben soll, nicht mehr so enorm.

• ... 1800 Mal den Kauf eines gebrauchten Feuerwehrfahrzeugs wie jetzt in Korbach-Niederschleidern finanzieren. Dort haben die Brandschützer für knapp 15 000 Euro ein älteres Modell ihrer Kollegen aus Dainrode erworben. Und selbst die Großinvestitionen im Feuerwehrfahrzeug-Bereich nehmen sich neben den Hoeneß-Millionen beinahe bescheiden aus. Beispiel: Die Drehleiter vom Typ 23-12, die die Feuerwehr Bad Wildungen im Jahr 2005 bekam, kostete 640 000 Euro. Die könnte man für 27,2 Mio. Euro ganze 42,5 Mal kaufen.

• ... ein Einkaufszentrum bauen: 22 Millionen Euro kostet das „Frankenberger Tor“ den niederländischen Investor Ten Brinke. Mit der Steuerschuld von UIi Hoeneß ließe sich ein solches Einkaufszentrum also locker bezahlen. Und von den restlichen fünf Millionen Euro ließe sich dann auch die Frankenberger Fußgängerzone aufwändig sanieren und attraktiver gestalten, ohne dass die Anwohner an den Kosten beteiligen werden müssten.

Was man sich noch alles für 27 200 000 Euro leisten könnte, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Quelle: HNA

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